Wool Origin
Athlete: Tasmanian Merino Sheep
Photo: Franz Walter

NATURPARADIES TASMANIEN

DER URSPRUNG UNSERER WOLLE

Schafe sind in Tasmanien in einem einzigartigen Lebensraum zuhause. Die ursprüngliche Insel, 240 km südlich von Australien gelegen, wartet mit der besten Luft der Welt auf und ist vor allem eines: Grün. Der australische Bundesstaat, von der Fläche her so groß wie Bayern, bietet gut 500.000 Menschen ein zuhause - ebenso wie 3 Millionen Merinoschafen.
Der Ursprung unserer Wolle liegt inmitten eines Naturparadieses. Die Luft ist klar, die Nahrung 

für Tiere reichhaltig und das Klima gemäßigt – hier gibt es die beste Merinowolle der Welt. Umgeben von tausenden Kilometern Wasser, fernab von Industriestandorten, wird in Tasmanien regelmäßig die beste Luftqualität weltweit gemessen. 19 Nationalparks bieten einen Schutzraum für alles was auf der Insel wächst, lebt und gedeiht - darunter alleine 1.500 endemische Pflanzenarten.

  • Naturparadies Tasmanien
  • Naturparadies Tasmanien
  • Naturparadies Tasmanien
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EINE REICHHALTIGE INSEL

Wilde Gebirge wechseln sich mit weiten, hügeligen Graslandschaften ab, die durchsetzt sind von Eukalyptusbäumen, Busch- und Weideland. Der Westen der Insel ist fast nicht zugänglich. Kaum Wanderwege führen auf die wilden, felsigen Gipfel, die bis in den Frühsommer mit Schnee bedeckt sein können. Und selbst im tasmanischen Sommer weht einem ein eisiger Wind ins Gesicht.  

Überhaupt ist das Wetter in Tasmanien ein Thema für sich: Die „Roaring Forties“ sind vielleicht einigen ein Begriff für gefürchtete Westwinde, welche die Insel mit Wucht treffen können, die jedoch auch für die besonders saubere Luft auf der Insel verantwortlich sind.

In Tasmanien gibt es wie auch in Europa vier Jahreszeiten - und man kann sie alle an einem Tag erleben, wie manche Bewohner schmunzeln. Die Monate Dezember bis März sind mit durchschnittlich 21 Grad Celsius am wärmsten. Die Wintermonate sind am regenreichsten, dann fegen auch Winde aus der Antarktis über die Insel. Das Meer wirkt jedoch ganzjährig wie eine Klimaanlage, so dass es im Sommer nie allzu heiß, im Winter jedoch auch nicht extrem kalt wird. 

  • Tasmanien - Kenne den Ursprung

MERINOSCHAFE LIEBEN SIE

Ein idealer Lebensraum für Tiere ist der östliche Teil der Insel, der mehr einer grünen Hochebene gleicht: Tasmanien ist das Land der Beuteltiere. Hier sind Wombats, verschiedene Känguru-Arten und der berühmte Tasmanische Teufel zuhause. Und natürlich überall Schafe, so weit das Auge reicht. Die weitläufigen satten Weidelandschaften sorgen für proteinreiche Nahrungsquellen das ganze Jahr über und uneingeschränkten Auslauf in einem natürlichen Lebensraum der Tiere.

Genau hier leben unsere Merinoschafe in unvergleichlicher Abgeschiedenheit. Schafherden mit durchschnittlich 10.000 Tieren bekommen jährlich vielleicht  nur zwei bis drei mal Menschen zu Gesicht, ansonsten leben sie eigenständig inmitten satter Grasweiden, nur umgeben von mächtigen Eukalyptusbäumen.

Die natürlichen Gegebenheiten, wie wir sie in Tasmanien vorfinden, sind wie gemacht für ein entspanntes Dasein als Schaf. Somit ist die Insel untrennbar mit der Geschichte der Wolle verbunden, wie sie hier geschrieben wurde und bis heute andauert.


PERFEKTE BEDINGUNGEN FÜR DIE FEINSTE WOLLE

Merinoschafe in Tasmanien
Die Merinowolle hat in Tasmanien Tradition Kenilworth - Eine Merino Farm in Tasmanien

Auf den Farmen, von denen ORTOVOX seine Wolle bezieht, finden Schafe einen völlig natürlichen Lebensraum mit reichhaltigen Futterquellen vor. Das ist nur einer der Gründe, warum Tasmanien mit die besten Wollqualitäten weltweit hervorbringt:

Merinos führen auf ihren Farmen ein recht entspanntes Leben: Ihre tägliche Aufgabe ist es, so viel Gras wie möglich zu essen, sich fit zu halten, gesund zu bleiben und ihre Wolle wachsen zu lassen.

Es sind tatsächlich die Lebensbedingungen in Tasmanien, die für die Wolle in Top-Qualität verantwortlich sind. Die Merinoschafe genießen nahezu unbegrenzten Auslauf und finden satte, natürliche Futterquellen vor, wie etwa besonders proteinreiches Weidegras. Das Klima ist gemäßigt: Die Winter sind nicht besonders kalt, extreme Hitze ist ebenso selten. Diese Faktoren führen zu einem gleichmäßigen Faserwachstum - wobei gleichmäßig mit stabil gleichzusetzen ist. Glückliche Schafe geben gute Wolle. Das gleiche Prinzip wie bei bayerischen Kühen, nur eben am anderen Ende der Welt.

Seinen Ursprung hat das Merinoschaf in Nordafrika, von wo es im Mittelalter nach Spanien und von dort (nach einem längeren Aufenthalt oder auch „Exportverbot“) über Deutschland in alle Welt gelangte. So kamen die Feinwoll-Schafe mit europäischen Siedlern auch bis nach Australien und eben auch nach Tasmanien, wo heute der Großteil aller weltweit existierenden Merinoschafe lebt.

Seit 180 Jahren wird auf Tasmanien viel Wissen und Energie in die Zucht investiert.  Dadurch sind im Laufe der Jahrzehnte Schafrassen entstanden, die sehr feine, reißfeste Wollqualitäten liefern. Außerdem ist es ein Weg gegen das verrufene Mulesing: Das Wegschneiden von Hautlappen, in denen sich gefährliche Fliegenlarven einnisten können, wird auf keiner der von uns ausgewählten Farmen praktiziert. Stattdessen setzen die Farmer auch hier auf Zucht. Bei vielen Merinos der heutigen Zeit wachsen die kritischen Hautfalten erst gar nicht, was auch die Schur deutlich erleichtert.

  • Bis zu 60.000 Merinoschafe leben auf den Farmen

Ein paar Fakten und eine Anekdote

Unsere vierbeinigen, weiß bewollten Lieferanten sind Profis in Sachen Widerstandsfähigkeit, Weidefähigkeit und sie sind ausgezeichnet zu Fuß. Sie sind sehr anpassungsfähig und kommen so mit den schnell wechselnden Wetterumschwüngen ihrer Heimat bestens zurecht.

Zählt man alle Schafe zusammen, die auf den sechs „ORTOVOX-Farmen“ zuhause sind, kommt man schnell auf bis zu 60.000 Merinos - die Zahl der gehaltenen Schafe variiert immer mit der gefallenen Regenmenge im zurückliegenden Jahr. Es muss immer sicher gestellt werden, dass genügend Futter für alle Schafe vorhanden ist.

Somit können wir bis zu 360.000 Kilogramm Wolle pro Jahr für unsere Mountainwear verwerten. Nimmt man es ganz genau, kann nur ein einziges Schaf diesen Durchschnitt fast allein nach oben korrigieren. Manchmal verliert sich ein Merino in den riesigen Weiten seines Weidelandes. Wird es dann (teilweise erst nach Jahren) wieder gefunden, muss es erstmal von seiner wolligen Last befreit werden. So erging es zum Beispiel dem armen Chris in Australien, der nach Jahren des „wilden Lebens“ auf einen Schlag von 40 Kilogramm Wolle erlöst wurde. Chris ging somit wohl als Schaf mit der meisten Wolle in die Geschichte ein. 

  • Ca. 6kg Wolle erzeugt ein Merinoschaf jährlich

Normalerweise geben Merinos zwischen zwei und vier Kilogramm Wolle (gewaschen) pro Jahr. Bis zu zehn Kilogramm Merinowolle können von High Performern  gewonnen werden - unsere Farmen zählen regelmäßig rund sechs Kilogramm Wolle pro Schaf. Sie müssen mindestens einmal pro Jahr geschoren werden, da die Wolle im Laufe eines Schaf-Lebens niemals aufhört zu wachsen (siehe Chris). Eine zu massive Matte kann unangenehme Folgen haben, wie etwa Hitzestau, Beeinträchtigung der Bewegung und auch Blindheit.

Seit fast 200 Jahren leben die Menschen in Tasmanien von und mit den Schafen. Sie erleben, wie unbarmherzig die Natur sein kann. Deshalb wissen sie, wie wichtig nachhaltiges Wirtschaften, die korrekte Schafhaltung und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren und ihrem Land ist.


VIELE MILLIONEN JAHRE ENTWICKLUNGSZEIT

Beste natürliche Bedingungen in Tasmanien
Kontinuierliche Verbesserung im Laufe der Jahre ORTOVOX zu Besuch in Tasmanien

Wir nutzen die besten natürlichen Bedingungen in Tasmanien, um die beste Merinowolle verwerten zu können: Die heimische Natur sorgt für eine ideale Lebensumgebung für Schafe und ihre Wolle. Denn die Natur hat über viele Millionen Jahre das geschafft, was Menschen erst seit wenigen hundert Jahren versuchen: Eine perfekte Faser zu kreieren. Tasmanische Merinowolle gilt als besonders hochwertig, weil hier einfach alle Rahmenbedingungen passen. Die Tiere haben genügend frisches Gras, weitläufigen Auslauf und mit ihnen wird behutsam umgegangen.

ORTOVOX bezieht seine Wolle von sechs ausgewählten Farmen in Tasmanien, die von den jeweiligen Familien oft schon seit mehreren Generationen geführt werden. Doch zu wissen, dass unsere Wolle von tasmanischen Merinoschafen stammt, reicht uns nicht. Wir stehen mit den Farmern in ständigem Dialog und konnten bei mittlerweile vier Besuchen hinter die Kulissen und unter die Wolle schauen, um uns selbst vom Wohlergehen der Schafe zu überzeugen. Die Farmer genießen unser vollstes Vertrauen und wir verarbeiten und tragen ihre Wolle mit bestem Gewissen. Denn: Geht es den Schafen gut, ist auch ihre Wolle von optimaler Qualität. Doch was genau heißt eigentlich hochqualitative Wolle? Woher kommt sie? Hier findet ihr Antworten auf eure Fragen.

  • Die Feinheit von Merinowolle im Vergleich

    NICHT Spürbar

    Die Qualität von Wolle wird generell anhand der Faser gemessen. Je feiner die Faser, desto höher ist die Qualität und der Preis – und je weniger kratzig ist die Wolle. Gemessen wird die Dicke der Merinowollfasern mithilfe der Maßeinheit Mikron, wobei ein Mikron einem Tausendstel eines Millimeters entspricht (= 0,001 mm):

    ultrafine: weniger als 16,5 Mikron
    superfine: 17 bis 18,9 Mikron
    fine: 19 bis 21,9 Mikron
    medium: 22 bis 23 Mikron
    strong: 24 bis 25 Mikron

    Noch feinere Wolle als Merinowolle stammt nur noch vom Angorahasen mit Fasern in einer Stärke von 12 bis 16 Mikron. 

  • EVOLUTION DER WOLLE

    Früher war Wolle im (berg-)sportlichen Einsatz zwar warm, vor allem aber hat sie gekratzt, trocknete nur langsam wenn sie mal nass wurde und war auch sonst nicht wirklich sexy. Allerdings handelte es sich hierbei um „normale“ Wolle von anderen Schafrassen, nicht von Merinos. Jene Wolle ist etwa doppelt so dick wie die unserer vierbeinigen Freunde aus Tasmanien. Heute und natürlich auch bei ORTOVOX kommen die sehr feinen Wollfasern des Merinoschafs zum Einsatz, vor allem bei Unterwäsche und Stoffen mit direktem Hautkontakt.

    Die Evolution der Wolle
  • Wolle - die perfekte Faser

    WAS IST WOLLE?

    Sie ist meistens weiß, kann aber auch schwarz oder braun sein. Wenn es warm ist, wirkt sie kühlend, wenn es kalt ist, wärmt sie. Wenn wir von Wolle sprechen, meinen wir damit die weichen Haare des Fells (nicht das Deckhaar) vor allem von Schafen. Wolle wächst und wächst und wächst und ist damit ein zu 100% nachhaltiger Rohstoff, der schon seit dem vierten Jahrtausend vor Christus verwendet wird. Kunstfasern und Baumwolle zählen zu den wichtigsten „Konkurrenten“ von Wolle, die jedoch bis heute an wirtschaftlicher Kraft nichts verloren hat.

  • Schafschur in Tasmanien

Wie genau kommt nun die Wolle vom Schaf in den Produktionszyklus?

Um die Wolle zu erhalten und für die Weiterverarbeitung zu nutzen, werden die Schafe zweimal pro Jahr geschoren - daher auch der Name Schurwolle. Der Unterschied zwischen Schurwolle und Merinowolle ist also in Wirklichkeit gar keiner - das eine bezeichnet die Art der Gewinnung, das andere die Schafrasse und Wollart. Schurwolle im engeren Sinn verweist auch auf die Tatsache, dass die Wolle direkt von einem lebenden Tier stammt, also neu ist und nicht aus recycelten Produkten stammt.

  • Die Merinofaser im Querschnitt

Eigenschaften unserer Merinowolle

Die natürlichste Funktionsfaser unseres Planeten wächst ohne äußere Einflüsse und das ganze Jahr über. Merinowolle ist das Produkt aus Wasser, Luft und Gras und wenn man sie kompostieren würde, wäre sie in ca. drei Monaten biologisch abgebaut und wieder komplett im Erdboden verschwunden. Künstlich hergestellte Fasern schaffen so etwas nicht.

Gut ist Merinowolle dann, wenn sie so dünn ist, dass sie nicht kratzt, so gleichmäßig und stabil, dass die dünnen Fasern nicht reißen und schon als Rohstoff so sauber ist, dass kaum Wasser und Seife gebraucht werden, um sie zu säubern.

Warum unsere Lieblingsfaser so ein Funktionswunder ist, erkennt man am besten an ihren „inneren Werten“: Der Zellkern sorgt für die Atmungsaktivität bzw. die Aufnahme von Feuchtigkeit, die Oberfläche hingegen ist wasserliebend, wodurch die Haut schön trocken bleibt. Die Struktur der inneren Eiweiß-Moleküle vernichtet Bakterien einfach, bevor sie Gerüche verursachen können. Der Faserkern ist wie eine Helix gedreht und macht Wolle daher so elastisch. Widerstandsfähigkeit ist das Verdienst der Zell-Membran, die unter permanentem Druck steht. 

  • Merinowolle auf dem Rücken der Schafe

Zurück zum Schaf

Merinowolle wächst in kleinen Büscheln sehr dicht auf dem Rücken der Schafe. Sie ist fein, weich, wellenförmig gekräuselt, mit geschuppter Oberfläche und elastisch. Die Wollfaser besteht wie alle tierischen Fasern aus Keratin und Proteinen. Das Geheimnis ihrer positiven Eigenschaften liegt in der Leistungsfähigkeit der Faser selbst.