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Unterkapitel: Ausrüstung fürs Alpinklettern

Material

MIT DEM RICHTIGEN MATERIAL SICHER UNTERWEGS

Wer klettert, braucht Material. Wer alpin klettert, braucht noch mehr Material. Die richtige, qualitativ hochwertige Ausrüstung ist neben dem persönlichen Können und den Verhältnissen eine entscheidende Variable beim Bergsport. Bergsportausrüstung unterliegt deswegen verschiedenen Normen, denen sie entsprechen muss. Neben der Europäischen Norm (EN), gibt es die UIAA-Norm (Union Internationale des Associations d’Alpinisme), die weltweit zum Standard geworden ist. 

Von Helm bis zum Kletterschuh: Beim Alpinklettern ist der Grundstock umfangreicher als beim Sportklettern in der Halle oder im Klettergarten. Je nach Klettertour kann die Ausrüstung zwar variieren oder ergänzt werden, ein Grundstock pro Seilschaft bleibt aber immer gleich.

Material: Grundausrüstung für jeden Kletterer
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Die Grundausrüstung besteht aus 10 Gegenständen:

Klettergurt
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Gurt
Kletterhelm
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Helm
Kletterschuhe
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Kletterschuhe
Sicherungs- und Abseilgerät
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Sicherungs- und Abseilgerät
Chalkbag und Chalk
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Chalkbag + Chalk
Bandschlingen
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Bandschlingen
HMS- und Schraub-Karabiner
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HMS- und Schraub-Karabiner
Schnappkarabiner
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Schnappkarabiner
Dyneema- oder Kevlar-Reepschnüre
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Dyneema- oder Kevlar-Reepschnüre
Handy
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Handy

Gurt

Ob beim Sportklettern am Fels, im Eis, auf Alpintouren oder auf Hochtour: Der Klettergurt ist zentraler Ausrüstungsgegenstand. Der Markt bietet eine Vielzahl an Gurten, die je nach Einsatzbereich andere Eigenschaften mitbringen müssen. 

Hüftgurt

HÜFTGURT

Das Anseilen mit Hüftgurt entspricht beim Klettern der Alpenvereins-Lehrmeinung. Doch es gibt kleine Unterschiede zwischen den Gurten, die beim Sportklettern, auf Hochtour oder beim Alpinklettern zum Einsatz kommen: Während beim Sportklettern die Gurte weniger Materialschlaufen haben, ist genau das beim Alpinklettern ausschlaggebend. Für Expressen, mobile Sicherungen usw. müssen genügend Materialschlaufen vorhanden sein. Die Polsterung steht beim Alpinklettern weniger im Fokus als beim Sportklettern, weil Stürze in alpinen Wänden weitgehend vermieden werden. Trotzdem sollte der Gurt optimal sitzen und die Gurtbänder an der Rückseite der Beinschlaufen und an der Hüfte breit genug sein, da der Gurt sonst am (Hänge-)Stand oder beim langen Abseilen unbequem und schmerzhaft wird.

Im Vergleich dazu stehen Hüftgurte für Hochtouren, die nicht dazu konzipiert wurden, lange in ihnen zu sitzen und dadurch keine zu breiten Gurtbänder haben und kaum gepolstert sind. Dafür sind sie minimal verpackbar und extrem leicht.

Brustgurt

BRUSTGURT

Ein Brustgurt ist eine Ergänzung zum Hüftgurt, der ausschließlich in Kombination verwendet werden darf. Im Falle eines Sturzes soll er verhindern, dass sich der Kletterer kopfüber dreht - obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Drehung generell eher gering ist. Mit sehr schwerem Rucksack oder bei Übergewicht ist ein Brustgurt sinnvoll.

Komplettgurt

KOMPLETTGURT

Ein Komplettgurt wurde hauptsächlich früher im Alpinismus bzw. auf Hochtouren verwendet. Heute findet er vorwiegend in der Industriekletterei oder als Kleinkörpergurt bei Kindern, deren Muskulatur noch nicht so ausgeprägt ist, Anwendung. Beim Alpin- oder Sportklettern wird er nicht eingesetzt, da Stürze durch die Hängeposition des Gurtes ungünstig sind.

Die Lebensdauer aller Kunststoff- oder textilen Ausrüstungsgegenstände beträgt maximal 10 Jahre. Dann müssen Gurte, Seile, Helme und Co. spätestens ersetzt werden - selbst wenn sie unbenutzt sind. Bei starkem Verschleiß kann eine Aussonderung auch schon viel früher nötig sein, im Extremfall (z.B. schwerer Sturz) nach einer Nutzung.

Kletterhelm

Helm

Beim Bergsteigen und Alpinklettern haben Helme zwei Aufgaben: Gegen Steinschlag und gegen Anprall zu schützen. Klassische Bergsteigerhelme haben eine Schale aus Kunststoff, sind damit robust, aber im seitlichen Aufprallschutz eingeschränkt. Moderne Inmolding-Helme sind vergleichsweise leicht, weil sie aus einem Styroporkern mit einer relativ weichen Außenschale bestehen. Sie schützen optimal gegen Anprall sind aber durch ihre Konstruktion anfälliger.  Hybridhelme versuchen die Vor- und Nachteile von Kunststoff- und Inmolding-Helmen zu kompensieren: Die Schaumkonstruktion ist mit Kunststoff überzogen. Hybridhelme bietet guten Schutz, sind aber trotzdem leicht. 

Die Lebensdauer aller Kunststoff- oder textilen Ausrüstungsgegenstände beträgt maximal 10 Jahre. Dann müssen Gurte, Seile, Helme und Co. spätestens ersetzt werden - selbst wenn sie unbenutzt sind. Bei starkem Verschleiß kann eine Aussonderung auch schon viel früher nötig sein, im Extremfall (z.B. schwerer Sturz) nach einer Nutzung.

Kletterschuhe

Kletterschuhe

Alle Kletterschuhe haben eine profillose Sohle, um am Fels Reibung zu erzeugen und präzise antreten zu können. Dabei unterscheiden sich die Modelle in der Härte der Sohle, der Spannung sowie der Form. Ein Kletterschuh wird je nach Einsatzbereich ausgewählt. Einen perfekten Allrounder, der vom Boulder-Problem bis zur alpinen 20 Mehrseillängentour alles mitmacht, gibt es nicht. 

In alpinen Routen, in denen der Kletterer nicht nach jeder Seillänge die Schuhe ausziehen kann, ist bpsw. mehr Tragekomfort gefragt als beim Sportklettern. Kletterschuhe für alpine Touren sind dadurch nicht so eng und haben weniger oder kaum Vorspannung. Gleichzeitig müssen sie aber an Platten oder bei senkrechten Klettereien eng genug sitzen, um präzise steigen zu können.

Sicherungs- und Abseilgerät

HMS-KARABINER

Ein essentieller Bestandteil deiner Ausrüstung! Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von HMS-Karabinern: Karabiner mit gesicherten (=Safelock-Karabiner) und mit ungesicherten (Schrauber, Twistlock) Verschlusssystemen. Ersterer wird hauptsächlich für das Anseilen am Gletscher oder Toprope verwendet, da sie unbeabsichtigtes Öffnen durch Seilreibung vermeiden.
Ungesicherte HMS-Karabiner finden in alpinen Touren Anwendung: Sie besitzen eine große Öffnung, die beim Sichern, beim Standplatzbau oder beim Abseilen optimal ist.

TUBER

Beim Alpinklettern werden dynamische Bremsgeräte verwendet, die zum Sichern, Nachsichern und Abseilen geeignet sind und durch die Handkraft am Bremsseil die Bremskraft erzeugen. Anders funktionieren halbautomatische Sicherungsgeräte wie das Grigri oder Smart. Hier wird der Seildurchlauf bei einem plötzlichen Sturzzug automatisch gestoppt.

Die dynamischen Bremsgeräte wie Tube, HMS oder Achter kommen demnach beim Alpinklettern zum Einsatz. Allerdings muss ein Tube im alpinen Gelände eine Standplatzöse besitzen (z.B. ATC GUIDE). Diese ist bei der Nachstiegssicherung notwendig, da so mittels der Plattenfunktion eine getrennte Seilführung möglich ist und das Seil automatisch blockiert. Bei zwei Nachsteigern ist diese Form der Nachstiegssicherung "State of the Art".
In einer zweier Seilschaft kann auch mittels Halbmastwurf der Vor- und Nachsteiger gesichert werden.

Halbautomatische Sicherungsgeräte können nur am Einfachstrang verwendet werden, weswegen sie beim Alpinklettern selten bis nie zum Einsatz kommen. Der Vorteil von Doppelseilen liegt zum einen in der Rückzugsmöglichkeit (Abseilen) und in der Sicherheit (Redundanz durch zweiten Strang).

Chalkbag und Chalk

Chalkbag und Chalk

Chalk besteht überwiegend aus pulverförmigem oder flüssigem Magnesium, das die Hände austrocknen lässt. Schweißfeuchtigkeit wird aufgezogen, wodurch eine bessere Griffigkeit am Fels gegeben wird. 

Bandschlingen

Bandschlingen

Im Bergsport werden Schlingen an Zwischensicherungen oder als Verbindung von Fixpunkten verwendet. Schlingen müssen selbstständig verknotet bzw. vernäht sein und bestehen meist aus Polyamid (Nylon) oder Dyneema. Vernähte Bandschlingen werden auch als Expressschlingen bezeichnet. Diese vernähten Bandschlingen kommen beim Alpinklettern an Standplätzen oder als Zwischensicherungen („Alpinexe“) zum Einsatz. Der Vorteil der Alpinexe ist, dass sie als Zwischensicherung schnell verlängerbar sind, um Seilreibung zu reduzieren. 

Je nach Route hat der Kletterer drei vorbreitete Alpinexen am Gurt, sowie vier offene Schlingen für Sanduhren und Köpfelschlingen in den Längen 2 x 60, 90 cm und 120 cm. 

HMS- und Schraub-Karabiner

HMS- und Schraub-Karabiner

Ein klassischer HMS-Karabiner hat eine große Öffnung und trägt seinen Namen durch die Benutzung des Halbmastwurf-Sicherungsknoten. 

Der HMS-Karabiner kann mit dem Halbmastwurf im Vor- und Nachstieg als Sicherungsknoten verwendet werden, aber auch als Mastwurf zur Selbstsicherung sowie zum Abseilen in Anwendung kommen. Im Vergleich dazu haben Schraubkarabiner kleinere Öffnungen und werden weniger bei der (Selbst-) Sicherung benutzt. 

Schnappkarabiner

Schnapp­karabiner

Schnappkarabiner sind wichtige Bindeglieder beim Alpinklettern. Sie verbinden das Seil mit dem Haken oder dem mobilen Sicherungsgerät in der Wand. Kletterkarabiner sind aus Aluminiumlegierungen gefertigt und mit geradem oder gebogenem Schnapper ausgestattet. Ein Schnappkarabiner muss ebenso wie HMS- und Schraubkarabiner einer bestimmten Norm der Mindesthaltekräfte entsprechen.

Dyneema- oder Kevlar-Reepschnüre

Dyneema - oder Kevlar-Reepschnüre

Reepschnüre gibt es aus Polyamid, Polyethylen (Dyneema) oder Aramid (Kevlar). Polyamid ist zwar äußerst reißfest, aber im Vergleich zu Dyneema oder Kevlar schwächer, weswegen sie dicker und schwerer sein muss, um den Normanforderungen zu entsprechen. Von Vorteil ist aber die Elastizität, die viel Energie aufnehmen kann. 

Dyneema ist hoch reißfest und leicht. Sie hat die höchste Schnittfestigkeit, ist allerdings wenig elastisch. 

Kevlar hat prinzipiell dieselben Eigenschaften wie Dyneema, ist aber im Vergleich etwas schwerer.

Achtung: Durch Knoten wird die Festigkeit von Reepschnurmaterial reduziert. Je nach Knoten liegt der Verlust der Festigkeit bei 25 bis 50 Prozent. Gleichzeitig reduziert auch die Aufhängung in einem Karabiner die Bruchfestigkeit der Reepschnur. 

Handy

Handy

Zum Absetzen von Hilfe- und Notrufen ist ein Handy essentieller Bestandteil der Grundausrüstung.

Ist die Mehrseillängen-Route plaisirmäßig abgesichert (mit Bohrhaken in geringen Abständen eingerichtet, Standplätze vorhanden) und sind keine mobilen Sicherungsgeräte nötig, dann ist folgendes Material pro Seilschaft sinnvoll. Natürlich kann dieses je nach Tour variieren.

Material: Ausrüstung der Seilschaft
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Die Grundstock Gruppe besteht aus 5 Gegenständen:

Kletterseil
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Seil
Kletterrucksack
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Kletterrucksack
Expressschlingen
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Expressschlingen
Topo-Karte
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Topo-Karte
Erste-Hilfe-Set/Biwaksack
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Erste-Hilfe-Set/Biwaksack

Seil

Beim Alpin- und Sportklettern werden dynamische Seile verwendet. Durch ihre Dehnbarkeit können sie im Vergleich zu statischen Seilen die Sturzenergie aufnehmen. Der auf den Kletterer wirkenden Fangstoß kann so reduziert werden. Statikseile hingegen werden als Fixseile zum Auf- und Absteigen verwendet. 

Drei Arten von dynamischen Seilen werden unterschieden: 

Grundstock Gruppe Seil Einfachseil

EINFACHSEIL

Beim Sportklettern empfiehlt sich ein Einfachseil. Der Durchmesser beträgt von 8,9 bis 10,5 mm. Im Gegensatz zum Halbseil oder Zwillingsseil bieten Einfachseile keine Redundanz, was beim Sportklettern auch nicht zwingend notwendig ist. Beim Alpinklettern hingehen können Steinschlag oder scharfe Kanten das Seil zerstören. Auch das Abseilen über die gesamte Seillänge ist beim Einfachseil nicht möglich. 

Grundstock Gruppe Seil Halbseil

HALBSEIL

Halbseile kommen bei alpinen Felsrouten zum Einsatz. In diesem Gelände ist Redundanz wichtig: Sie ist die Sicherheitsreserve, wenn ein Strang reißt. Auch beim Rückzug und Abseilen sind Halbseile wichtig, da der Kletterer beide Stränge am Seilende zusammenknoten und sich über die gesamte Länge abseilen kann. Mit der richtigen Klettertechnik lässt sich außerdem Seilreibung vermeiden. Das Halbseil ist zwischen 8 bis 9 mm dick und beim Alpinklettern in der Regel 60 m lang.  

ZWILLINGSSEIL

Zwillingsseile bieten ebenfalls Redundanz. Sie sind auf geringes Gewicht optimiert und zwischen 7,5 bis 8 mm dick, wodurch sie bei starker Kanten- oder Sturzbelastung nicht dieselbe Robustheit wie Halbseile aufweisen. Zwillingsseile sind allerdings nur für Zweierseilschaften vorgesehen – nicht, um zwei Nachsteiger zu sichern.

 

Die Lebensdauer aller Kunststoff- oder textilen Ausrüstungsgegenstände beträgt maximal 10 Jahre. Dann müssen Gurte, Seile, Helme und Co. spätestens ersetzt werden - selbst wenn sie unbenutzt sind. Bei starkem Verschleiß kann eine Aussonderung auch schon viel früher nötig sein, im Extremfall (z.B. schwerer Sturz) nach einer Nutzung.

Grundstock Gruppe Kletterrucksack

Kletterrucksack

Ein guter Kletterrucksack für alpine Klettertouren ist leicht, schlank gebaut, sitzt nah am Rücken und besteht gleichzeitig aus robusten Material. So gewährleistet er maximale Bewegungsfreiheit, hat einen optimalen Schwerpunkt und minimales Gewicht. Schließlich muss er Seillänge für Seillänge über Stunden in der Wand mitgetragen werden.

Grundstock Gruppe Expressschlingen

Expressschlingen

Expressschlingen oder Exen gehören zur Grundausrüstung einer jeden Seilschaft. Sie bestehen aus zwei Karabinern und einem Stück Schlingenmaterial. Dabei besitzen sie eine Hakenseite, die in den Haken eingehängt wird und eine Seilseite, in welche das Seil geklippt wird. Auf der Hakenseite hat die Schlinge etwas Spielraum, um Verkanten und Querbelastung zu verhindern. Seilseitig ist der Karabiner meist mit einem kleinen Gummi fixiert, welches das Verdrehen verhindert. In alpinen Routen empfiehlt es sich verlängerbare Expressschlingen mitzunehmen, um ggf. Seilreibung zu reduzieren und das Handling zu vereinfachen. 

Grundstock Gruppe Topo-Karte

Topo-Karte

Ein Topo bezeichnet die Darstellung einer Kletterroute. Länge, Verlauf, Standplätze, Überhänge uvm. werden hier vermerkt. Es gibt einheitlich standardisierte Symbole bei der Erstellung von Topos. 

Grundstock Gruppe Erste-Hilfe-Set

Erste-Hilfe-Set

Ein Erste-Hilfe-Set und Biwaksack gehört zur Mindestausstattung einer Seilschaft. Folgende Produkte müssen im Erste-Hilfe-Set enthalten sein: Dreieckstuch, Mullbinde, Heftpflasterspule, Einmalhandschuhe, kleine Schere, Wundkompresse, Pflasterset. Ein gutes Erste-Hilfe-Set sollte übersichtlich geordnet sowie einen rundum-Reißverschluss oder ausreichend große Öffnung haben. Pro Seilschaft muss zusätzlich ein Doppel-Biwaksack mitgeführt werden, um im Notfall eines Biwaks in der Wand geschützt zu bleiben.

Klassische alpine Routen sind oft spärlich abgesichert. Hier ist Zusatzmaterial notwendig und der sichere Umgang damit von großer Bedeutung. Mobile Sicherungsgeräte wie Klemmgeräte und Klemmkeile oder gar Schlaghaken sind für den Kletterer in bestimmten Routen zwingend.

Material: Zusatz für klassische alpine Routen
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Die Zusatzmaterial Gruppe besteht aus 4 Gegenständen:

Klemmgeräte
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Klemmgeräte
Klemmkeile und Klemmkeilentferner
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Klemmkeile und Klemmkeilentferner
Schlaghaken und Hammer
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Schlaghaken und Hammer
Messer zum Entfernen alter Abseilschlingen
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Messer zum Entfernen alter Abseilschlingen
Zusatzmaterial Gruppe Klemmgeräte

Klemmgeräte

Klemmgeräte sind verstellbare und keilförmige Körper, die im alpinen Gelände als Absicherung dienen. Sie funktionieren meist nach dem „Kniehebelprinzip“, um in Felsrissen eine ausreichend hohe Reibwirkung an den Wänden zu erzeugen. Dabei können sie eine Belastung (Sturz) in Längsrichtung aufnehmen.

Beim Alpinklettern werden Cam (Camalot)-Systeme verwendet, die in drei oder vier Segmenten hergestellt werden und eine oder zwei Achsen haben. Cam-Systeme mit einer Achse, an der sich vier Segmente befinden, werden meist Friend genannt. Beim Cam sind die vier Segmente auf zwei Achsen montiert. Dadurch lassen sie sich weiter zusammenziehen und decken bei derselben Größe eine größere Rissbreite ab als bei einachsigen Systemen.
Bei Cam-Systemen (Friend und Cam) ist ein flexibler Steg (Verlängerung des Cams) heute zum Standard geworden. So können die Geräte auch in Querrissen oder Löchern platziert werden.

ACHTUNG: Klemmgeräte müssen bestimmten Normanforderungen entsprechen. Immer wieder tauchen nachgebaute, günstige Modelle auf, welche nicht die Norm erfüllen und zu schwerwiegenden Unfällen führen. 

Zusatzmaterial Gruppe Klemmkeile und Klemmkeilenentferner

Klemmkeile und Klemmkeilentferner

Klemmkeile sind nicht verstellbare und keilförmige (konische) Klemmgeräte, die zur zusätzlichen Absicherung im alpinen Gelände dienen und eine Belastung in Längsrichtung aufnehmen können. Im Vergleich zu Klemmgeräten klemmen sie passiv in Felsverengungen – Klemmgeräte dagegen verspreizen sich aktiv auch in parallelen Schlitzen.

Klemmkeile können verschiedene Grundformen besitzen und werden deswegen in Stopper, Hexentrics oder Tricams unterteilt. Genauso wie Klemmgeräte unterliegen sie einer bestimmten Norm, was die Festigkeit angeht. Formen und Größenangaben können hingegen variieren. 

Um den Klemmkeil aus dem Riss zu entfernen, braucht der Nachsteiger einen Klemmkeilentferner. Dieser wird entgegen der Hauptbelastungsrichtung des Klemmkeils – meist von unten – gegen den Klemmkeil gedrückt bzw. leicht geschlagen. 

Zusatzmaterial Gruppe Schlaghaken und Hammer

Schlaghaken und Hammer

Was von vielen Kletterern als Antiquität angesehen wird, gehört in manchen alpinen Wänden – besonders in Südtirol – zum Standard: Normalhaken (auch Schlaghaken genannt). Obwohl mit den Bohrhaken und den mobilen Sicherungsmitteln die Schlaghaken „aus der Mode“ gekommen sind, haben sich die Südtiroler gegen das Sanieren mit Bohrhaken ausgesprochen. So kann das Mitführen von Schlaghaken und Hammer an alpinen Wänden in den Alpen sinnvoll oder sogar sicherheitsrelevant sein – entweder zum Nachschlagen bestehender Haken oder um neue Haken setzen. Außerdem ist der Kletterer in einer Notsituation flexibel, wenn ein Sicherungspunkt aufgebaut werden muss. 

Bei den Schlaghaken werden zwischen Weich- und Hartstahlhaken unterschieden. Hartstahlhaken kommen im Urgestein (Granit und Gneis) zum Einsatz, weil die Risse einen meist geradlinigen Verlauf haben und sich der Haken nicht „anpassen“ muss. Weichstahlhaken kommen im Kalk zum Einsatz, weil sie sich dem Verlauf anpassen sollen. 

Bei der Platzierung gilt: Weichstahlhaken sollen zu einem Drittel der Schaftlänge im Riss gesteckt werden können; Hartstahlhaken zu zwei Dritteln. 

Zusatzmaterial Gruppe Messer

Messer zum Entfernen alter Abseilschlingen

In alpinen Wänden bleibt oft Material, welches über Jahre hinweg in der Wand bleibt – häufig alte Schlingen an Abseilständen.  Hier gilt es bewusst darauf zu achten, in welchem Zustand dieses Material ist. Mit einem kleinen Messer in der Tasche können ggfls. abgenutzte, alte Schlingen aus Sanduhren und Haken geschnitten werden, die nicht mehr verwendet werden sollten. Zudem kann das eigene Seil im Notfall beim Verklemmen abgeschnitten werden.

QUIZ: MA­TE­RI­AL

Wel­chen Seil­typ nimmst du auf dei­ne al­pi­ne Klet­ter­tour mit?

Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4
Alpinklettern Ausrüstung

WELCHEN SEILTYP NIMMST DU AUF DEINE ALPINE KLETTERTOUR MIT?

Im Bergsport werden Seile verwendet, welche die bei einem Sturz auftretenden Kräfte absorbieren und die Sturzenergie reduzieren. Wähle die Seilart aus, die du auf deiner alpinen Klettertour mitnimmst!

Das ist leider die falsche Antwort.

Ausrüstung Alpinklettern

WELCHES SICHERUNGSGERÄT KOMMT BEI ALPINEN KLETTERTOUREN NICHT ZUM EINSATZ?

Beim Alpinklettern werden Bremsgeräte verwendet, die zum Sichern, Nachsichern und Abseilen geeignet sind. Welches Sicherungsgerät passt hier nicht zum Alpinklettern?

Das ist leider die falsche Antwort.

Alpinklettern Ausrüstung
Welche Vorteile haben verlängerbare Expressschlingen im alpinen Gelände? Expressen gehören beim Sport- wie beim Alpinklettern zur Standard-Ausrüstung. Für den Einsatz in alpinen Mehrseillängen kommen auch verlängerbare Expressschlingen zum Einsatz. Warum?

Das ist leider die falsche Antwort.

Unterkapitel: Ausrüstung fürs Alpinklettern

Gratulation

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