Wolleigenschaften

  • Die besonderen Eigenschaften der Wolle

Die seit Jahrhunderten bewährten Eigenschaften von Schafwolle bzw. von Merinowolle sorgen auch heute für eine Funktionalität, wie wir sie von kaum einem anderen Textil kennen. Gerade Bergsportler sind oft extremen Bedingungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten ausgesetzt und brauchen daher Kleidung, die schützt und in allen Situationen verlässlich funktioniert: Merinowolle hat zahlreiche Vorteile: Sie isoliert gut, kratzt nicht auf der Haut, transportiert Feuchtigkeit, ist antistatisch, riecht nicht, ist leicht und behält ihre Passform bzw. knittert kaum. Und das auf ganz natürliche, nachhaltige Weise.

  • WOLLE IST GERUCHSNEUTRAL

WOLLE IST GERUCHSNEUTRAL

Wer will schon stinken? Wolle ermöglicht dir selbst auf mehrtägigen Bergtouren mit weniger Kleidungsteilen auszukommen, da sie antibakteriell wirkt. Der Grund dafür liegt in der Struktur der Wollfaser: Die Oberfläche erinnert an Dachziegel (im Vergleich dazu: Synthetikfasern sind glatt), dadurch können sich Bakterien nur schwer festsetzen. Und es sind genau diese Bakterien, die für den muffeligen Geruch verantwortlich sind.

Außerdem bildet sich dank Merinowolle weniger Schweiß auf der Haut, da die Feuchtigkeit direkt in die Faser aufgenommen wird. Darüber hinaus haben Wollfasern praktischerweise eine eingebaute Waschmaschine: Das Keratin - das sind die Eiweißmoleküle der Merinofaser - baut geruchsbildende Bakterien einfach ab. So können wir uns über die unschlagbare Selbstreinigungsfunktion freuen und müssen die Kleidung aus Merinowolle nicht so häufig waschen. Nach einer Bergtour solltest du dein Produkt bloß auslüften lassen, am besten bei feuchter Witterung. Dann kannst du es am nächsten Tag einfach wieder anziehen, ohne dass es riecht. Deine Begleiter und die Umwelt freuen sich!

  • WOLLE IST FEUCHTIGKEITSREGULIEREND

WOLLE IST FEUCHTIGKEITSREGULIEREND

Wollfasern sind hydrophile Fasern - und genau das macht sie so extrem funktional. Sie wärmen am besten und können bis zu 35% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Dabei bleibt die Faseroberfläche trocken, während die Feuchtigkeit in den Faserkern wandert. So fühlt sich Wolle, im Gegensatz zu Daune oder Polyester, selbst im nassen Zustand warm und komfortabel an. Außerdem wird das Schwitzen als natürliche Kühlfunktion des Körpers nicht unterbunden. Merinowolle ist außerdem atmungsaktiv: Der wissenschaftliche Ausdruck für „Atmungsaktivität“ ist Feuchtepufferung. Diese Feuchtepufferung bezieht sich auf die Fähigkeit der Faser, Wasserdampf vom Mikroklima direkt über der Haut zu absorbieren und diesen wieder abzugeben, wenn das Feuchtigkeitsniveau sinkt - sprich, wenn es wieder trockener wird.

Wolle trocknet deshalb auch schnell wieder - wodurch sie dich selbst im heißen Sommer erfrischend kühl hält. Natürlich gibt sie die Feuchtigkeit auch wieder ab - und das ermöglicht bei warmen Temperaturen Erfrischung: warme Umgebungsluft führt zu einem schnellen Trocknungseffekt, bei dem kühlende Verdunstungskälte entsteht. Aus Merinowolle entsteht aus genau diesem Grund auch die funktionalste und schnelltrocknende Funktionsunterwäsche, die wir alle so lieben.

  • WOLLE IST TEMPERATURREGULIEREND

WOLLE IST TEMPERATURREGULIEREND

Wollfasern sind wahre Multitalente, die genau das tun, was du in jeder Jahreszeit von ihnen erwartest - sie kühlen im Sommer und wärmen im Winter. Dass Wolle im Winter wärmt wusste schon unsere Großmutter - deshalb gab es ja auch die herrlich kratzenden Wollpullover.

Aber Kühlung im Sommer? Da wäre selbst Großmutter nicht darauf gekommen. Die thermoregulierende Eigenschaft basiert auf zwei Prinzipien: Zum einen weisen Wollfasern eine natürliche Kräuselung auf, diese wiederum ermöglichen den Einschluss von Körperwärme in Luftkammern und begünstigen so bei Wollstoffen eine optimale Wärmedämmung. Deshalb eignen sich Produkte aus Merinowolle auch so gut als Schichten im Zwiebelprinzip. Die Luft dient als Isolationsschicht, Sommer wie Winter, vor Hitze und vor Kälte. Die isolierende Schicht ermöglicht übrigens Merinoschafen in den teils heißen tasmanischen Sommern das Überleben. Das zweite Prinzip beruht auf der Kühlung durch Verdunstungskälte. Wolle kann über 35% ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich nass anzufühlen. Ist die Umgebungsluft warm, trocknet die Feuchtigkeit schneller, wodurch die erfrischende Verdunstungskälte entsteht. Hätte Großmutter das gewusst, hätte es schon damals T-Shirts aus Wolle gegeben.

  • WOLLE IST WEICH

WOLLE IST WEICH

Merinowolle kratzt nicht! Die feinen Wollfasern sind mit 18 - 19 Mikron (ein Mikron = ein tausendstel Millimeter) so dünn, dass sie deutlich unter der menschlichen Kratzgrenze von 25 Mikron liegen. Die Fasern sind so weich, dass sie sich bei der Berührung mit der Haut krümmen und der Kontakt nicht als unangenehm empfunden wird. Und wer dennoch meint, dass Wolle kratzt (da er immer wieder an Großmutters Wollpullover von früher denken muss), für den haben wir Spezialvarianten entwickelt (wie MERINO SUPERSOFT oder MERINO COMPETITION). Bei diesen Kombinationen liegen andere Faserarten auf der Haut (Lenzing Modal aus Buchenholzzellulose - MERINO SUPERSOFT) oder wir haben einen kleinen Anteil Kunstfasern untergemischt (MERINO COMPETITION).

  • WOLLE IST PFLEGELEICHT

WOLLE IST PFLEGELEICHT

Auch wenn Wolle grundsätzlich geruchsneutralisierend wirkt, so kann es vorkommen, dass dir jemand Ketchup auf dein Produkt spritzt und du es doch mal waschen musst. Das ist leichter, als du glaubst: Die Spezialausstattung unserer Merinowolle mit dem „Total Easy Care“ Verfahren macht einfache Maschinenwäsche bei 30° bzw. 40° möglich. Dabei wird lediglich die oberflächliche Schuppenstruktur der Wollfaser abgewaschen, wodurch starkes Einlaufen der Wolle verhindert werden kann.  

  • WOLLE IST NACHWACHSEND

WOLLE IST NACHWACHSEND

Wolle trägt auch dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung und ist von Natur aus zu 100% ökologisch! Merinoschafe werden, je nach Rasse, ein bis zweimal jährlich geschoren - ihnen wächst also von ganz alleine ein neues Fell. Und alles, was es für das Wachstum der Naturfaser braucht, sind Wasser, frische Luft, Sonne und leckeres Gras. Alles ganz basic.

Der Schurprozess ist reine Handarbeit und für das Schaf völlig schmerzfrei. Und: wer will schon eine Matte an heißen Sommertagen mit sich rumschleppen?

Darüber hinaus ist Wolle biologisch abbaubar und bietet ganz ohne chemische Zusätze eine breite Palette an Funktionalität. Die gerade für den Bergsport wichtige Technologie ist schon immer in der Faser enthalten und muss nicht erst konstruiert werden. Eine Wollfaser kann übrigens bis zu 20.000 mal gebogen werden, ohne dass sie bricht. Stoffe aus Wolle haben deshalb eine besonders lange Lebensdauer. Unnötige Abfälle können so vermieden werden. Da Wollprodukte aufgrund ihrer selbstreinigenden Funktion nicht so oft gewaschen werden müssen, hat auch das einen positiven Effekt auf die Umwelt.

WOLLE BIETET UV-Schutz
WOLLE BIETET UV-Schutz WOLLE BIETET UV-Schutz

WOLLE BIETET UV-Schutz

Obwohl Australien und damit auch Tasmanien durch ein Loch in der Ozonschicht besonders der schädlichen UV-Strahlung ausgesetzt sind, hat nie jemals ein Schaf Sonnenbrand bekommen. Wie kommt das? Es liegt natürlich an der Wolle, welche einen Teil der UV-Strahlung einfach in sich aufnimmt und von der Haut fern hält.

Um das zu verstehen, muss man wissen was UPF (Ultraviolet Protection Factor - Lichtschutzfaktor) bedeutet. Die Ähnlichkeit zu der Abkürzung SPF (= Sun Protection Factor), die du vielleicht von deiner Sonnencreme kennst, ist nicht zufällig: UPF gibt Aufschluss darüber, wie viel UV-Strahlung geblockt wird. Ein paar Beispiele: Ein T-Shirt mit UPF 10 (das ist der Durchschnitt für ein weißes Baumwoll-T-Shirt) lässt noch 10% der UV-Strahlen bis zur Haut durch. Um dem australischen Standard eines Basisschutzes zu genügen, muss der Wert 15 erreicht werden. UPF 40 verweist auf einen exzellenten Schutz, hier werden 97,5 bis 97,6 % aller Strahlung geblockt.

Überträgt man diese Werte auf die gängigsten Textilien, bilden sich drei Gruppen heraus: Bei Polyester ist der integrierte UPF am höchsten, gefolgt von Wolle, Polyamid und Seide. Am wenigsten Schutz bieten Baumwolle, Viskose und Leinen.

Doch auch andere Faktoren beeinflussen den UPF, so etwa die Konstruktion des Stoffes, die Farbe (dunkel schützt besser als hell, kräftiges rot und grün am allerbesten) oder die Passform (sitzt das Shirt eng oder eher locker). Auch der Zustand des Produkts spielt hier eine Rolle, so reduziert sich der UPF erheblich, wenn der Stoff nass ist. Wenn du dich für ein neues ORTOVOX Produkt entscheidest, solltest du also auf die richtige Passform achten und auch auf die Farbwahl, wenn es dir um den bestmöglichen Schutz vor UV-Strahlung ankommt. ORTOVOX Shirts etwa weisen einen UPF zwischen 20 und 50+ auf – je nach Dichtheit des Gewebes und Farbe.

Schon gewusst?

Die Eigenschaften von Merinowolle gegenüber den Alternativen am Markt

Für jedes bergsportliche Einsatzgebiet gibt es heute eine Vielzahl an Produkten, Stoffen und Fasern, die alle ihre individuellen Stärken haben. Wir zeigen in einer Übersicht, worauf ihr bei der Auswahl achten solltet:
Merinowolle

Merinowolle

Eigenschaften:
Als hundertprozentige Naturfaser besitzt Merinowolle einige hochfunktionale Eigenschaften. Zu den wichtigsten zählen, dass sie auch beim Schwitzen nicht müffelt und selbst wenn sie nass ist, noch wärmt. Es wird für T-Shirts, Unterwäsche & Co. nur die feinste Merinowolle verwendet, die auf der Haut nicht kratzt. Dafür sind Produkte aus Merinowolle etwas teurer als die Alternativen, halten aber auch meist länger.

Nässe:
Selbst wenn die Wolle vom Schwitzen nass ist, wärmt sie dich noch. Dafür sorgt ein exothermer Prozess: Die Proteine in den Fasern erwärmen sich, sobald sie nass werden.

Temperaturmanagement:
Wolle bietet ein breites Temperaturwohlfühlspektrum und fühlt sich auch dann nicht stickig an, wenn es richtig warm ist. Dafür sorgen kleine Luftkammern zwischen den gekräuselten Wollfasern.

Klimakomfort:
Wolle nimmt bis zu 35 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit in sich auf, ohne sich nass anzufühlen. Die natürliche Kühlfunktion des Körpers durch Schwitzen wird somit mit Wolle nicht behindert.

Geruch:
Merinowolle wirkt antibakteriell, da die Oberfläche der Faser geschuppt ist. So können sich nicht so leicht lästige Gerüche bilden.

Nachhaltig:
Merinowolle bedient sich natürlicher Ressourcen, wächst regelmäßig nach und bedarf keiner weiteren Zutaten außer Wasser, frischer Luft, Sonne und Gras. Sie ist außerdem zu 100% natürlich abbaubar und kommt ganz ohne Chemie aus.

Fazit:
Multi-funktionale und nachhaltige Alternative zu Synthetik. Etwas teurer, aber langlebiger und vor allem wenig geruchsanfällig - so braucht man auf langen Touren weniger Wechselwäsche.

SYNTHETIK

SYNTHETIK

Eigenschaften:
Produkte aus der Chemiefaser Polyamid oder Polyester sind meist kostengünstig(er), weich, robust und schnell trocknend. Einige Hersteller setzen bereits auf den Einsatz von recyceltem Polyester.

Nässe:
Synthetikfasern nehmen kaum Feuchtigkeit auf. Bestimmte Eigenschaften des Garns sorgen aber dafür, dass Schweiß schnell vom Körper weg transportiert wird.

Temperaturmanagement:
Es hängt vom Typ des Produktes ab, ob es eher atmungsaktiv ist oder auf Wärmeleistung ausgelegt ist.

Klimakomfort:
Synthetikfasern nehmen keine Feuchtigkeit auf, sondern leiten diese direkt nach außen, wo sie schnell verdunstet. Der Körper hat somit nicht das Gefühl, zu schwitzen.

Geruch:
Synthetikfasern sind glatt, weshalb sich hier Bakterien besser halten können und unangenehme Gerüche verursachen.

Nachhaltig:
Da es synthetische Fasern sind, werden chemische Prozesse benötigt, um sie zu „bauen“. Somit werden besonders funktionale Garne kreiert. Einige Firmen verwenden vermehrt recycelte Stoffe, um daraus neue Produkte entstehen zu lassen.

Fazit:
Synthetik-Fasern sind sehr weich und fein, so dass vor allem Menschen mit empfindlicher Haut diesen Produkten den Vorzug geben würden. Die Produkte sind sehr reißfest und trocknen schnell. Vor- und Nachteile müssen hingegen, je nach Einsatzgebiet, abgewogen werden. 

Eigenschaften: Baumwolle ist extrem hautfreundlich, langlebig und strapazierfähig - auch viele Waschgänge können der Faser nichts anhaben. Nässe: Baumwolle saugt sich leider beim Schwitzen relativ schnell mit Feuchtigkeit voll. Auch dauert es im Verg

Baumwolle

Eigenschaften:
Baumwolle ist extrem hautfreundlich, langlebig und strapazierfähig - auch viele Waschgänge können der Faser nichts anhaben.

Nässe:
Baumwolle saugt sich leider beim Schwitzen relativ schnell mit Feuchtigkeit voll. Auch dauert es im Vergleich länger, bis ein Baumwoll-T-Shirt wieder trocken ist.

Klimakomfort:
Im trockenen Zustand nimmt Baumwolle schnell die Temperatur der Haut an. Wird sie jedoch nass, durch Schwitzen oder Regen, saugt sie sich schnell mit Feuchtigkeit voll, kühlt ab und wird auch schwer.

Geruch:
Irgendwann fängt Baumwolle an zu riechen, besonders unter den Achseln. Hier hilft oft auch waschen nicht mehr, da sich im Stoff Bakterien eingenistet haben. Diese zersetzen den Schweiß und sondern unangenehm riechende Sekrete ab.

Robust:
Ist sie nass, ist Baumwolle noch reißfester als im trockenen Zustand. Außerdem ist sie extrem dehnbar und schwer entflammbar.

Nachhaltigkeit:
Besonders bei der Produktion von Bio-Baumwolle werden die Richtlinien des ökologischen Landbaus eingehalten. Das heißt, der Einsatz von chemischen Pestiziden, Insektiziden und chemischen Düngemitteln ist tabu.

Fazit:
Das Tragegefühl ist (fast) unschlagbar. Sobald man sich aber viel bewegt und schwitzt, hat Baumwolle jedoch zu wenig Funktion, ist z.B. nicht atmungsaktiv.


  • Stefan Krause in Tasmanien

Die Vorteile von Wolle sind offensichtlich.

"Aber vor Regen, Schnee und Wind schützen andere Materialien besser. Deswegen kombinieren wir die positiven Eigenschaften der Wolle mit der Strapazierfähigkeit anderer Stoffe, wie etwa Kunstfaser.

Für den optimalen Klimakomfort bringen wir die Wolle nach innen zum Körper und setzen wo nötig robuste Fasern nach außen ein, die gegen Wind und Wetter schützen."

STEFAN KRAUSE,
HEAD OF PRODUCT BEI ORTOVOX