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Platzwunde am Kopf
Platzwunde am Kopf

Platzwunde am Kopf

Bei einem starken Aufprall mit hohem Energieeintrag kann der Kletterer trotz Helm eine Platzwunde am Kopf haben. Der Helm hat dennoch sehr wichtige Arbeit geleistet, da er Schlimmeres verhindert hat. Bei einem Sturz mit Kopfbeteiligung oder bei Steinschlag kann die Folge auch ein Schädel-Hirn-Trauma sein.

SCHRITT 1: STÄRKE DER BLUTUNG ERKENNEN
Man unterscheidet bei einer Platz- und Schnittwunde danach, ob diese wenig oder stark blutet. Wenig blutende Wunden sind nicht lebensbedrohlich und können in Ruhe versorgt werden. Blutet die Wunde jedoch stark, dann ist sie lebensbedrohlich und ein regulärer Verband reicht nicht aus. Es wird ein Druckverband benötigt.

SCHRITT 2: EINMALHANDSCHUHE ANZIEHEN
Wichtig beim Versorgen einer Wunde ist der Selbstschutz: immer Einmalhandschuhe anziehen! Sollte die Wunde verschmutzt sein, kann sie oberflächlich mit einer Kompresse kurz gesäubert werden. Dann mit einer neuen Kompresse steril abdecken und verbinden.

Ersthelfer dürfen keine Fremdkörper aus der Wunde einer verletzten Person entfernen, nicht einmal kleine Steinchen. Ersthelfer dürfen auch keine Salben, Tinkturen, Desinfektionsmittel, Sprays oder Puder auf Wunden auftragen.

SCHRITT 3: WUNDE VERBINDEN
Eine sterile Kompresse wird direkt auf die Wunde gelegt. Da sich Verbände am Kopf wegen der Haare und der Kopfform oft schlecht fixieren lassen, wird zuerst mit zwei Wicklungen in der Vertikalen über das Kinn fixiert und anschließend horizontal die Wundauflage befestigt. Das Ende des Verbandes lässt sich am einfachsten mit einigen Streifen Tape befestigen.

SCHRITT 4: NOTRUF JA ODER NEIN?
Nun kann gemeinsam besprochen werden, ob das Fortsetzen der Tour möglich ist oder ob abgeseilt werden muss.
Wer nicht sicher ist, ob die Wunde genäht werden muss, sollte immer davon ausgehen. Der Arzt sollte dann innerhalb der nächsten 5 Stunden aufgesucht werden. Nach dieser Zeit sind die Wundränder so stark abgeheilt, dass ein Nähen nicht mehr so einfach möglich ist.
Steristrips: Viele Kletterer führen Wundnahtstreifen zum schnellen Versorgen von Platz- und Schnittwunden mit sich. Das sind keine regulären Pflaster, sondern Wundverschlüsse. Wunden verschließen dürfen jedoch nur Ärzte. Werden Steristrips unterwegs benutzt, sollte innerhalb von 5 Stunden zwingend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser spült und reinigt die Wunde und verschließt sie ordnungsgemäß. Nur so werden schmerzhafte Entzündungen oder sogar Blutvergiftungen vermieden, welche unerkannt lebensbedrohlich werden können.

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