Andy Holzer im ndr sportclub
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Andy Holzer / Expeditions, blind climber

Die Lebensgeschichte des Andy Holzer ist so fesselnd, wie bewundernswert. Der blinde Alpinist meistert sein Leben, wie die wenigsten Sehenden. Zahlreiche alpine Klettertouren, Skitouren, MTB Ausfahrten finden sich in seinem Tourenbuch wieder. Die packendsten Momente hat er auf seiner Internetseite dokumentiert.

Tristach: Sonntag, 07. Juni 2009
Expeditionsteam Cho Oyu 2009 zu Hause gelandet
Unser Ziel, den Gipfel des Cho Oyu zu besteigen, haben wir leider nicht erreicht.
Ich denke, wenn man bei starkem Sturm und Schneefall in so großer Höhe der Natur den Vortritt lassen muss, hat man nicht verloren.
Eine echt intensive Zeit mit echt intensiven Eindrücken liegt hinter mir und ich bin einfach dankbar, dass ich dieses gewaltige Erlebnis mit so aufrichtigen und wahren Freunden erleben durfte.

Auf das Wesentliche reduziert kann man  das wirklich Wichtige eindeutig erkennen und verzettelt sich nicht an der Oberfläche.

Wie viel Kraft und Zuversicht ich durch die kurzen Telefonate mit meiner Sabine die mir immer wieder von den so aufmunternden und  oft sehr energiespendenden Postings erzählt hat, kann sich jemand nur vorstellen, der selber ein mal im eisigen Sturm auf über 7.000m in seinem Zelt eine Nacht durchgezittert hat.

Einen ganz großen Dank unseren Freunden, die zu Hause an den Computern mit uns mitgefiebert haben und so viele gute Gedanken zu uns geschickt haben.

Was mir mein Team am Cho Oyu, im Besonderen mein „Mikroteam“ Andi Scharnagl und Thomas Nothdurfter gegeben hat, ist mit Worten nicht zu beschreiben!   DANKE tausendmal!

Mit wie viel Liebe und Einfühlung meine Frau Sabine das Expeditionstagebuch geschrieben hat um unsere Leser mit möglichst genauen und aktuellen Informationen zu versorgen, wurde mir klar, als ich die Details gelesen habe, die wir teils nicht einmal vor Ort realisiert haben. Tausend Bussi meinem Bodenpersonal!

Vielen herzlichen Dank unseren Sponsoren, die es als interessante Möglichkeit sehen, so ein ausergewöhnliches Projekt zu unterstützen!
Andy Holzer
Kathmandu: Dienstag, 02. Juni 2009
Expedition Cho Oyu 2009 wieder in Kathmandu 1.305m
Hallo ich melde mich heute mit ganz aktuellen Neuigkeiten aus Kathmandu von unserem Expeditionsteam!

Über eine kurzes Telefonat von Andy aus Kathmandu bekam ich folgende Infos:

Vorgestern, Sonntag den 31. Mai, sind wir in einem 7-stündigen Marsch vom Tichy-Lager auf 5.700m ins Mittelcamp auf 5.300m und dann noch weiter ins Motoecamp auf 4.800m gekommen.
Bei sehr starkem Schneefall war dies für Mensch und Tier (Yaks) ein sehr schwieriges und kraftraubenders Unternehmen - wir waren froh überhaupt noch aus dem Basislager heraus gekommen zu sein!

Wir haben dann das Expeditionsgepäck und unsere Tonnen auf LKW`s verladen und sind dann noch weiter nach Zangmu 2.300m auf die Grenze - war wieder ein "Höllenritt"! Dort sind wir erst spät in der Nacht angekommen und haben übernachtet.
Gestern, Montag den 01.Juni, sind wir dann gleich weiter nach Kathmandu auf 1.305, wo schon wieder Unruhen herrschten, es gab wieder Streiks auf der Straße, wie auch Straßensperren, so dass wir wieder 5 Stunden standen und warten mußten.
Wir kamen dann erst wieder spät am Abend im Hotel an, freuten uns über eine Dusche und ein gutes Abendessen.
Heute, Dienstag den 02. Juni, sind wir in Kathmandu zum Einkaufen unterwegs und zu Mittrag haben wir noch ein gemeinsames Abschlußessen mit unseren Sherpa und dem gesamten Team in der "Fire and Ice"-Bar.
Dann beginnt das Packen für die Heimreise !
Wir alle sind froh gesund und wohl auf jetzt hier in Kathmandu zu sein und freuen uns auch schon auf die Heimreise.
Liebe Grüße und ich bin mir sicher, dass ihr manchmal einen schönen Gedanken für unser Team übrig gehabt habt und danke für das Daumenhalten, denn uns geht es gut und wir freuen uns auf die Heimat.
Grüße vom ganzen Team an alle!

CHO OYU `09 - 8.201m
CLIMB HIGH - CLIMB BLIND
TEAM ANDY HOLZER
Hier findet ihr noch ein originales Telefonat aus dem Basislager, wo Andy über seine Expedition berichten (in Englisch)
auf http://cursedmountain.deepsilver.com
Namaste und Tashi Delek eure Sabine
Tichy-Lager, Basislager: Samstag, 30. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 im Tichy-Lager 5.700m Expedition hat heute Packtag
Hallo schon wieder kurze, aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Gestern, Freitag den 29. Mai, haben die 3 Höhensherpa unser letztes Material von den Hochlagern heruntergebracht.
4 Hochlagerzelte hat der Wind komplett zerstört, sie sind nicht mehr zu gebrauchen.
Wahnsinn was diese Männer leisten, denn ein Sherpa wiegt selbst ca. 50 kg und trägt fast das gleiche Gewicht am Rücken vom Berg herunter bzw. hinauf.
Im Basislager war des Wetter die letzten 2 Tage halbwegs, aber am Berg selbst herrschen immer noch gewaltige Stürme.
Der ganze Berg ist abgeräumt, d.h. keine Expeditionen mehr unterwegs, außer einer Holländischen, aber die sind erst gekommen.
Heute, Samstag den 30. Mai, sollen die Yaks kommen und deshalb haben wir jetzt Packtag!
Unser Material wird wieder in die Tonnen verpackt.
Morgen, Sonntag den 31. Mai, werdern wir in der Früh hinaus maschieren, die 2-Tagesmärsche versuchen in einem Tag zu machen, ins Mittelcamp und dann weiter ins Motorcamp auf 4.800m.
Wir, das Expeditionsteam, sind jetz schon 3 Wochen auf mindestens 5.700m - die physiologische Grenze des Menschen ist eigentlich auf 5.300m, wo sich der Körper noch erholt!
Wir merken jetzt, dass wir alle Tage schwächer werden, es wir alles anstrengender, jeden Tag wird mehr Energie verbraucht, allein schon durch das Liegen.
Es ist keine Kraft mehr da - obwohl wir sehr gut essen und auch gut schlafen, da wir gut angepaßt sind (akklimatisiert).
Trotzdem wird es für die Leistung jetzt nach 3 Wochen Zeit, dass wir von dieser Höhe herunter kommen - möchte nicht wissen wie dick unser Blut jetzt schon ist!
Es geht uns allen sehr gut - freuen uns auf morgen - liebe Grüße in die Heimat
Auch ich freu mich schon darauf, dass unser Team bald wieder zurück in die Heimat kommt
Alles Liebe euer Bodenpersonal Sabine
 
Tichy-Lager, Basislager: Donnerstag, 28. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 im Tichy-Lager 5.700m Expedition hat Material geborgen
Hallo schon wieder aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Es hat jetzt über 48 Stunden durchgehend geschneit - mittlerweile schaut es im Basislager wie in Alaska aus, wir haben rund um die Zelte meterhohe Schneewände und dazwischen haben wir Wege frei geschaufelt, damit wir uns überhaupt bewegen können!
Gesten, Mittwoch 27. Mai, hat der Schneefall aufgehört, erster Tag wo es halbwegs schön war.
Thomas ist dann alleine auf Lager I auf 6.400m aufgestiegen - eine Wahnsinnsleistung - ohne Rucksack, um zu schauen, was noch an Material übrig geblieben ist.
Auf Lager I sind 3 Zelte haben komplett "Totalschaden", ein Zelt liegt überhaupt 80 m tiefer am Gletscher, es wurde einfach weggeblasen (war Schlafzelt von Andi Sch. und mir).
Das übrige Material, wie Rucksäcke, Schlafsäcke, Expeditionsschuhe, Steigeisen, Pickel, alles was man halt so gebraucht hat, lag unter einem halben Meter Schnee.
Thomas hat alles ausgegraben und geborgen und im Materialzelt, welches noch halbwegs in Ordnung war, verstaut.
Das heißt, dass unsere private Ausrüstung geborgen werden konnte.
Der Wind hat dort oben richtig gewütet!
Die anderen Expeditionen sind gestern im Basislager total fertig und übermüdet angekommen. Einige davon sind mit Sauerstoff auf 8.000m gekommen, aber ob noch jemand den Gipfel erreichen konnte, ist unklar!
Sie haben voll riskiert - aber es hat sich für uns noch einmal gezeigt, dass es einfach nicht gegangen wäre!
Die Zelte hat es alle zerrissen - wir haben auch Fotos davon gemacht.
Thomas hat seine Ausrüstung gestern mitgebracht.
Heute, Donnerstag 28. Mai, ist Andi und Gerhard aufs Lager I gegangen und haben ihre Ausrüstung herunter gebracht.
Andi hat noch meine Ausrüstung geordnet und alles in meinen Berghaus-Rucksack verstaut und fertig zusammen gepackt auf Lager I gelassen.
Die Sherpa sind heute sogar noch bis auf Lager III auf 7.600m gegangen, um noch Material, wie z.B. die Notfall-Sauerstoffflasche (ist sehr teuer) zu bergen.
Sie wollen Lager II und Lager III noch abräumen - eine verrückte Leistung!
Sie kommen morgen ins Basislager zurück und bringen dann auch meinen Rucksack mit herunter - wir sind mit ihnen über Funk in Verbindung.
Also haben wir morgen unser komplettes Material im Basecamp, denn es soll schon wieder Schnee kommen.
Tirtha Tamang ist heute persönlich hinaus ins Motorcamp gelaufen, um unsere Yaks zu bestellen und ist vor 10 Minuten im Finsteren wieder im Basislager angekommen!
Unsere Yaks kommen jetzt am 30. Mai und so werden wir am Sonntag, den 31. Mai mit der ganzen Expedition hinaus maschieren nach Tingri, wahrscheinlich dort übernachten, und wenn alles planmäßig verläuft am 1. Juni wieder in Kathmandu sein.
Wir haben immer noch super Stimmung im Team - alles ist perfekt!
Jetzt kommen wir ja bald nach Hause!
Für heute Namaste und Tashi Delek eure Sabine
Tichy-Lager, Basislager: Dienstag, 26. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 im Tichy-Lager 5.700m Expedition abgebrochen
Hallo schon wieder aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Es spitzt sich die Situation hier im Basislager noch einmal zu, denn über Nacht ist über 1/2 Meter Neuschnee gefallen.
Es ist alles zu, keiner kann sich bewegen und so müssen wir das Camp ausschaufeln!
Recht depremierend, wenn man überhaupt nicht wegkommt und es die ganze Zeit weiterschneit.
Keine Sicht - rund herum hört man die Lawinen donnern!
Am Berg selbst sind immer noch vereinzelt Bergsteiger unterwegs - die kämpfen um noch irgendwie herunter zu kommen.
Es zeigt sich immer mehr, welches Glück wir hatten, dass wir rechtzeitig zurück ins Basislager abgestiegen sind!
Wir haben zwar noch Material bis ins Lager III auf 7.600m am Berg, wie Zelte,...
Von unserer persönlichen Ausrüstung (wie Expeditionsschuhe, Steigeisen, Pickel, Schlafsäcke,...) haben wir das Meiste in Lager I auf 6.400m - hoffen aber, dass wir das wenigstens noch herunter bekommen, denn bis auf Lager I müßte man noch eventuell kommen.
Aber wir werden nichts riskieren - Material läßt sich ersetzen, aber ein Menschenleben nicht!!!
Das Problem ist jetzt, wenn wir die Yaks bestellen wollen, geht das ja nicht telefonisch.
Es muß ein Läufer (Sherpa) hinaus bis ins Motorcamp und das sind hin und retour 2 Tagesmärsche.
Jetzt haben wir aber über 1/2 Meter Neuschnee - fast undenkbar jetzt jemanden zu schicken.
Falls es aber trotzdem geht, dann würde er heute hinaus gehen, morgen dann zurückkommen und uns berichten wann die Yaks kommen - es ist hier wie im Mittelalter!!!
So ist heute der Stand - aber abgeschlossen ist die ganze Expedition erst, wenn wir in Kathmandu sind und das ist noch ein bißchen ein Weg!
Jetzt konnte ich euch wieder etwas Neues von unserem Team berichten und es zeigt sich immer mehr, wie richtig ihre Entscheidung war die Expedition abzubrechen.
Wie schon so oft gesagt - der Berg steht noch länger, aber ...
Ich melde mich wieder sobald ich weiß, wann sie aus dem Tichy-Lager hinaus kommen.
Zum Abschluss möchte ich euch noch etwas vom Cho Oyu erzählen, damit man sich besser hinein versetzen kann in das ganze Unternehmen.
Cho Oyu 8.201m oder Qowowuyag auch Göttin des Türkis genannt; Tibetisch: jo-bo-dbu-yag; chin.Zhuó'àoyou Sh?n ist ein Achttausender im Himalaya.
Er liegt im zentralen Himalaya nur 20 km westlich von Mount Everest und Lhotse und stellt den westlichen Eckpfeiler des Khumbu Himal im Himalaya-Hauptkamm dar.
Die Grenze zwischen China und Nepal verläuft über den Gipfel des Cho Oyu.
Der Cho Oyu ist erst dank einer neuerlichen Vermessung 1984 als sechsthöchster der vierzehn Achttausender erkannt worden.
Bis dahin hatte er mit einer vermeintlichen Höhe von 8153 m hinter Dhaulagiri (8167 m) und Manaslu (8156 m) den achten Platz eingenommen. Nach der Vermessung 1984 wurde seine Höhe auf 8201 Meter festgelegt.
Die Erstbesteigung war am 19. Oktober 1954 durch Herbert Tichy, Josef Jöchler und Pasang Dawa Lama.
Namaste und Tashi Delek eure Sabine
 
Tichy-Lager, Basislager: Montag, 25. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 im Tichy-Lager 5.700m bricht Expedition ab
Hallo schon wieder aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Seit wir von 7.200m, Lager II, herunter gekommen sind, ist der Sturm immer stärker geworden!
Hier im Basislager hat es gestern Nacht auch noch volle zu schneien begonnen, die ganze Nacht durch und auch heute den ganzen Tag nur Schneefall!
Wir haben gerade wieder den militärischen Wetterbericht bekommen, der Morgen Schneefall, Mittwoch und Donnerstag etwas Wetterbesserung aber starker Wind und Freitag kommt das nächste Tief herein, vorhersagt.
So haben wir jetzt gemeinsam beschlossen die Expedition abzubrechen, da es mit diesen Vorhersagungen keinen Sinn mehr hat!
Nach uns haben wir noch mit dem Fernglas eine Gruppe von 3 - 4 Personen knapp unter 8.000m beobachtet, die aber in einen wahnsinnigen Sturm gekommen sein müssen - bis jetzt sind sie noch nicht abgestiegen, keine Ahnung was mit ihnen los ist.
Wir haben sicher die einzig richtige Entscheidung getroffen - es geht beinhart zu am Berg !!!
Was soll man machen, wir waren doch über 7.000m oben, aber es ist heuer halt nicht gegangen.
Wir haben jetzt abgebrochen und die aks bestellt um die ganzen Expeditionstonnen und das Basecamp wieder abzutransportieren.
Das dauert 5 Tage - morgen muß ein Läufer hinaus ins Motorcamp laufen (das dauert auch 2 Tage)und melden, dass wir die Yaks brauchen.
So müssen wir jetzt noch 4 - 5 Tage hier im Tichy-Lager warten, bis wir hinaus kommen.
Laut Tirtha Tamang werden wir frühestens am 31. Mai in Kathmandu sein, vorher werden wir noch einmal in Tingri übernachten, dann über die Grenze,...
Vielleicht können wir den Heimflug vorverlegen - muß aber erst geklärt werden ...
So sieht es jetzt aus - Gipfel des Cho Oyu 8.201m war uns leider nicht bestimmt!
Grüße vom ganzen Team an alle!

CHO OYU `09 - 8.201m
CLIMB HIGH - CLIMB BLIND
TEAM ANDY HOLZER
Mit diesen, leider nicht so erfreulichen Informationen, verabschiede auch ich mich für heute und bedanke mich bei allen Daumenhaltern, dass ihr unser Team, welches jetzt ein bißchen enttäuscht, aber dafür gesund, so treu begleitet habt.
Sabine, euer Bodenpersonal
Tichy-Lager, Basislager: Samstag, 23. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 erholt sich im Tichy-Lager 5.700m
Hallo heute melde ich mich ohne aktuellen Neuigkeiten von unseren Bergsteigern.
Sie werden wahrscheinlich im Basislager versuchen sich von den letzten Strapazen am Berg zu erholen und neue Kräfte sammeln.
Wie ich unser Team kenne, werden sie nächste Woche sicher noch einmal einen Versuch starten, um doch noch auf den Gipfel des Cho Oyu 8.201m zu kommen.
Die Wettergötter müssen ja einmal mitspielen, damit sie hinauf kommen können.
Nachdem ich leider keine aktuellen Infos bekommen habe, möchte ich euch heute ein paar Hintergrundinformationen liefern.
Wie ihr ja aus Andy`s Berichten heraus hören konntet, spielen die Sherpa bei diesem Unternehmen eine sehr bedeutende und für die Expeditionsteilnehmer wichtighe Rolle.
Ohne sie wäre alles noch viel unbequemer und auch schwieriger.

Es stellen sich da auch Fragen, was ist ein Sherpa, wo kommensie her, wie schaffen sie das Leben in dieser Höhe,...

Deshalb habe ich mich ein bißchen schlau gemacht und möchte versuchen euch wenigstens ein paar Antworten zu liefern.

Die Bezeichnung Sherpa stammt aus dem Tibetischen: shar bedeutet "Osten", die Nachsilbe pa bedeutet "Volk"bzw. "Menschen".Die meisten Sherpa leben in den östlichen Regionen Nepals, in Solu und Khumbu.
Die Sherpa (Scherpa) sind ein Volk des Himalaya, das während der vergangenen 500 Jahre - vermutlich aus der chinesischen Provinz Sichuan kommend - in den Zentral- und Süd-Himalaya eingewandert ist.
Heute gibt es knapp 180.000 Sherpa.


Seit britische Extremsportler, Entdecker und Abenteurer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Männer aus dem Volk der Sherpa als Träger und Führer im Himalaya angeheuert haben, wird der Name Sherpa häufig synonym für Träger im Hochgebirge gebraucht, teils ohne Kenntnis der ursprünglichen Bedeutung.
Der wohl bekannteste Sherpa ist Tenzing Norgay (1914-1986), dem als gleichberechtigtem Gefährten 1953 mit Edmund Hillary die Erstbesteigung des Mount Everest gelang.
Hier noch eine von  wahrscheinlich  mehreren  Erklärungen zur Höhenanpassung von Sherpas.
In Summe können sie besser Sauerstoff über die Lunge aufnehmen , über das Blut ans Gewebe in höherer Konzentration abgeben ( mit einem speziellen Enzymsystem ).
So werde ich mich für heute wieder von euch verabschieden und melde mich...
Namaste und Tashi Delek eure Sabine
 
Tichy-Lager, Basislager: Freitag, 22. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 wieder im Tichy-Lager 5.700m durch Sturmfront
Hallo schon wieder aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Wir, Andi Sch. Thomas, 2 Sherpa und ich (Andy), haben die Nacht auf Lager II auf 7.200m verbracht - schlecht geschlafen, es war unbequem und kalt.
Um 4 Uhr früh wurde es dann ganz extrem - ein Sturmfront ist hereingezogen.
Wir haben dann gewartet bis es hell geworden ist - der Sturm wurde immer stärker.
Der militärische Wetterbericht von Lore, nachdem am 22. Mai eine Front hereinzieht und der ganze Berg verlassen werden muß, ist leider Gottes eingetroffen!
Bei uns im Lager II extremer Sturm und im Gipfelbereich sind Fontänen in die Höhe gestanden - einfach spektakulär!
Wir mußten unser Zelt festhalten um nicht damit davon zu fliegen - Sturmspitzen bis weit über 100 kmh.
Um 8 Uhr haben wir dann Funkkontakt aufgenommen:
Wolfgang auf Lager III wollte Gipfel machen, ist um 5 Uhr in der Früh gestartet, kam aber nur 1/2 Stunde weiter und mußte dann auch sofort umdrehen - keine Chance weiter zu Kommen !

Wolfgang ist bis auf 7.700m gekommen - eine super Leistung, wenn man bedenkt, welche extremen Bedingungen am Berg herrschen!!!
Wolfgang kam dann irgendwann bei uns auf Lager II daher - komplett im Sturm und es war kaum eine Verständigung untereinander möglich.
Wir haben dann fluchtartig alles zusammen gepackt, es war beinhart weil einfach alles so extrem war und haben den Abstieg angetreten.
Bei 100 kmh Wind die 2 steilen Eisbrüche abgeseilt - da hat es dich manchmal 2 Meter versetzt, wenn der Sturm hineingefahren ist und auch die Verständigung untereinander war kaum möglich!
Wir sind dann nach ca. 4 Stunden alle wohlbehalten auf Lager I angekommen und dann noch ins Basislager abgestiegen.

Wir sind jetzt 1.500 m von 7.200m auf 5.700m bei schlimmsten Bedingungen abgestiegen.
Es geht uns allen jetzt recht gut, bis auf das, dass wir halt nicht "ganz oben" waren!

Jetzt sind wir wieder im Tichy-Lager auf 5.700m und fühlen uns wie zu Hause.
Wir haben jetz 3 Nächte auf 6.400m und 1 Nacht auf 7.200m verbracht, was sehr gut für die Akklimatisierung war.
Wir brauchen jetzt aber 2 - 3 Ruhetage und werden dann vielleicht Dienstag oder Mittwoch noch einmal starten!
Übrigens wurden wir von Gisi und Gerhard 1/2 Stunde vor dem Basislager mit Cola, Tee und Speck empfangen - war volle geil!!!
Sie haben sich auch Sorgen um uns gemacht - wir waren zwar immer über Funk in Kontakt - aber sie wußten nicht, in welcher Verfassung wir wirklich sind!
"Aber es ist halt ein harter Kampf !" (Andy aus vollem Herzen)
Leider konnte ich euch heute nichts Erfreulicheres berichten - aber sind wir froh, dass unser Team gesund und wohlauf im Basislager gelandet ist!
Ich möchte auch noch einmal Wolfgang gratulieren, dass er bis auf 7.700m, bei diesen schwierigen Verhältnissen am Berg, gekommen ist!!!
Ich kann nur sagen "Jeder ein Sieger über sich selbst!"
Bis bald und mögen die Wettergötter endlich gnädig sein
euer Bodenpersonal Sabine
 
 
Lager II : Donnerstag, 21. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 auf Lager II, 7.200m erreicht
Hallo auch heute melde ich mich wieder mit erfreulichen Neuigkeiten aus dem Lager II 7.200m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Wir, Andi Sch. Thomas, 2 Sherpa und ich (Andy),sind heute, Donnerstag 21. Mai, um ca. 9 Uhr von Lager I auf 6.400m mit schweren Rucksäcken aufgebrochen.
Über 8 Stunden brutaler Kampf - härtester Tag überhaupt bis jetzt !!!
Mit Steigeisen und Pickel hatten wir 2 Eisbrüche zu überklettern, wovon der erste ca 120 Hm und der zweit 200 Hm mit bis zu 70 Grad Steilheit hatten.
Es war extrem anstrengend auf einer Höhe von 6.800m - 7.000m - einfach brutal!
Alle drei schauten wir gleich "blöd drein"!
Um ca. 17 Uhr sind wir endlich auf Lager II auf 7.200m angekommen.
Es sind auch noch andere Expeditionen hier, wir sind so ca. 15 Personen im Lager, welches auf einem wunderschönen Plateau liegt.
Wir sind alle gleich fertig!
Ja, aber wir sind trotzdem zuversichtlich.
Wir liegen jetzt alle drei in einem Zelt und haben Suppen und Kartoffelbrei gegessen.
Das Wetter ist perfekt, ein bißchen ein Lüftchen geht - aber kein Problem.
Momentan können wir uns es noch nicht recht vorstellen, dass wir morgen weitergehen.
Morgen, Freitag 22. Mai, wäre Lager III noch 400 m höher auf 7.600m geplant. Wir würden ca. 4 - 5 Stunden brauchen.
Man geht so 10 - 12 Schritte, dann steht man wieder, so als wäre man nach einem längeren Krankenhausaufenthalt frisch entlassen - komplett zach!
Aber es geht wirklich jedem gleich, ist ganz interessant, wir haben noch keinen gesehen bei uns vorbeilaufen.
Außer die Sherpa - die müssen aber einen anderen Stoffwechsel als wir haben - das gibt es sonst ja nicht!
Wir haben bei ihnen auch die Sauerstoffsättigung gemessen und sie haben komplett die gleichen Werte wir wir - kaum zu verstehen!
Wolfgang ist schon im Lager III auf 7.600m, auch sehr erschöpft, und er möchte morgen um 4 Uhr früh auf den Gipfel des Cho Oyu 8.201m starten.
Gisi, Lore und Gerhard befinden sich noch im Basislager auf 5.700m.
Die meisten Bergsteiger versuchen den Gipfel ab Lager II mit Sauerstoff zu erreichen.
Wir sind einige von den wenigen, die versuchen werden ohne Sauerstoff auf den Cho Oyu zu kommen.
Man kann nicht mehr von leichter Besteigung sprechen, wenn man 70 Grad steile, 200 m hohe Eisschläuche durchklettern muß - das hat sich jetzt alles durch die neue Routenlegung so ergeben!
Es ist durch die neue Routenlegung, die notwendig geworden ist auf Grund der Abschmelzung des Gletschers, Steinschlag und Blankeis, eine komplett neue Route entstanden.
Lager I auf 6.400m früher auf 6.200m
Lager II auf 7.200m (extrem hoch) früher auf 6.800m (400m tiefer u. weiter rechts)
Lager III auf 7.600m früher 7.350m
Es hat sich alles nach oben verlagert - was die Sache nicht einfacher macht!
Bis auf die Gipfeletappe - aber das ist eine andere Geschichte!
So meine Lieben, das waren für heute die Neuigkeiten von unseren Gipfelstürmern - so können wir sie jetzt ja schon langsam nennen !

Nachdem sie sich jetzt in der "heißen Phase" befinden, werde ich sicher schon morgen wieder etwas Neues zu berichten haben!
Bitte um Extradaumenhalten für Wolfgang - möge ihm die "Göttin in Türkis" morgen gnädig sein und ihm der Gipfelsieg gelingen!
Auch Andi Sch., Thomas und Andy wünsche ich die notwendige Energie für den Aufstieg ins Lager III und dass die Wettergötter noch ein paar Tage gnädig sind.
Namaste und Tashi Delek eure Sabine
 
Lager I : Mittwoch, 20. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 auf Lager I, 6.400m angekommen
Hallo auch heute melde ich mich wieder mit erfreulichen Neuigkeiten aus dem Lager I 6.400m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Wir haben gestern, Dienstag 19. Mai, spät am Abend über Funk von Wolfgang, der schon auf Lager II 6.800m ist, erfahren, dass Tirtha Tamang mit einer anderen Expedition die Fixseile oben auf 7.800m - 7.900m anbringt - so könnte es bis 23. Mai wirklich fertig sein.
Wir sind dann gestern noch zusammengesessen und haben genau besprochen, wie es nun weitergehen soll.
Also haben wir, Andi Sch., Thomas und ich (Andy), dann heute früh, Mittwoch 20.Mai, zusammen gepackt und sind dann zu Mittag vom Basislager 5.700m ins Lager I 6.400m gestartet.
Der Weg bis zum Killerhang war nicht so angenehm, denn es ging 3 Stunden über einen Gletscher und Blockgelände herein, wobei man fast keine Höhenmeter macht.
Vorm Killerhang auf ca. 6.000m haben wir dann eine Pause gemacht und sind dann die 400 Hm hinauf, sehr steil, super weitergekommen.
Hier auf Lager I angekommen, fühlen wir uns heute viel besser, als bei der Akklimatisierung - haben viel getrunken und sitzen gemütlich im Zelt!

Etwas sehr Interessantes hat sich jetzt aufgeklärt: es war wirklich gestern der erste Gipfelsieg im heurigen Jahr am Cho Oyu 8.201m. Eine Rumänin ist gestern allein (ihr Partner musste aufgeben) mit ihrem Sherpa um 2 Uhr in der Früh vom Lager III 7.350m gestartet und war um 8 Uhr 30 am Gipfel (sie ist mit Sauerstoff aufgestiegen).
Sie ist uns, bevor wir auf Lager I ankamen, entgegen gekommen und ist mir gleich um den Hals gefallen, weil sie von Wolfgang auf Lager II erfahren hat, dass da der blinde Andy herauf kommt.
War ein tolles Erlebnis für uns und hat uns viel Energie gegeben.
Dann hat sie uns erzählt, dass der Aufstieg nicht so scghlimm nur der Abstieg auf Lager III ihr alles abverlangte, da sie nicht so gut mit Steigeisen gehen kann.
Sie hat auch gesagt, dass die Fixseile noch nicht montiert waren, aber der Sherpa hat sie immer wieder an schwierigen Stellen am Seil hinunter gesichert.
Sie hat für den Aufstieg von Lager I auf Lager II 10 Stunden gebraucht, Wolfgang hat heute 7 1/2 Stunden gebraucht auf Lager II und wir rechnen morgen mit 8 Stunden Aufstiegszeit auf Lager II 6.800m.
Gerhard hat mir dann über Funk vom Basecamp, ist dort mit Gisi und Lore, eine Hiobsbotschaft übermittelt.
Es soll laut militärischem Wetterbericht für 22. Mai eine extreme Front gemeldet sein - alle sollen vom Berg herunter !!!
Jetzt sind wir hier in unseren Zelten gesessen und haben gewußt - eigentlich brauchen wir gar nicht mehr weiter gehen.
Ich habe dann wieder Karl Gabl angerufen, der war so was von nett und bemüht, er hat sofort wieder dementiert, es soll am 23: Mai, unser Gipfeltag, besser sein als es gestern ausgesehen hat, nur 40 kmh Wind und -20 Grad auf 8.500m - aber soweit geh ma ja eh nit aufi!
Er hat verschieden Modelle hergenommen und wir können ihn auch morgen in seiner Freizeit anrufen um wieder einen aktuellen Bericht zu bekommen.
Einen großen Dank an Charly!!!
Wir sind voll motiviert und zu unserer großen Überraschung ist jetzt auch noch Tirtha Tamang mit einem zweiten Sherpa vom Lager II abgestiegen um uns morgen wieder zu begleiten und noch Material hinauf zu tragen.
Sie gehen jetzt schon zum 3x von Lager I auf Lager II - wahnsinnig was die leisten!
Jetzt sitzen wir hier auf Lager I, der Andi Sch. und ich, neben uns Thomas und die zwei Sherpa rechts von uns, in unseren Zelten und freuen uns auf morgen.
Morgen, Donnerstag 21. Mai, werden wir um ca. 8 bzw. 8 Uhr 30 starten auf Lager II - wir sind voller Zuversicht!
Momentan ist eine Stimmung draussen, so etwas von sensationell, denn auf 6.200m ist die Obergrenze von einem riesigen Gewitter, das über den Pass Richtung Nepal reicht.
Es ist wie in der Disko - alle 5 Sekunden ein gewaltiger Blitz und über uns (wir sind ja auf 6.400m) der schwarze Himmel mit den unzähligen Sternen...
Ich wünsche unserem Team und auch allen Mitfieberern eine erholsame Nacht und möge ihnen der Gipfelsturm gelingen

Daumen halten nicht vergessen Sabine



Tichy-Lager, Basislager: Dienstag, 19. Mai 2009 Expedition Cho Oyu 2009 immer noch im Tichy-Lager 5.700m
Hallo auch heute melde ich mich wieder mit aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Wir sind immer noch im Basislager. Gestern, Montag 18. Mai, haben wir mit unserm Meteorologen Dr. Karl Gabl aus Innsbruck telefoniert um einen aktuellen Wetterbericht zu bekommen.Er sagte uns für 23. Mai (wäre Gipfeltag, wenn wir am Mittwoch los gingen) 25 kmh Wind und -20 Grad voraus - was ja ganz perfekt wäre!

Heute, Dienstag 19. Mai, haben wir wie besprochen, noch einmal mit ihm telefoniert und jetzt schaut die Sache wieder ganz anders aus:
Die extremen Stürme von Pakistan her sollen wieder kommen, dann wären am 23. Mai so um die 50 - 55 kmh Wind und stärker werdend bis Ende Mai - also ziemlich aussichtslos!
Dann gibt es jetzt noch ein Problem mit den technischen Voraussetzungen:
Da die Route seit kurzer Zeit im oberen Bereich geändert wurden durch die enorme Gletscherabschmelzung - Berg hat sich verändert, da viel weniger Schnee ist!
So ist die Originalroute jetzt ab Lager III von 7.350m aufwärts total verlegt worden.
Sie geht jetzt weiter rechts und ist viel, viel steiler, blankes Eis und sogar Steinschlag gefährdet.
Ohne Fixseile ist das eine ziemliche "Harakiri-Aktion" im Bereich von 7.800m - 7.900m, also knapp unter 8.000. Es ist jetzt so eine Rinne zu durchsteigen - also gar nicht so ungefährlich!
Eigentlich geht es da mehr um den Abstieg - wo man schon "sehr gar" (müde und teilweise erschöpft) ist !
Es sind jetzt schon 10 oder 11 Expeditionen da gewesen, wovon jetzt 8 schon beim Abbrechen sind.
Die Spanier sind heute total erschöpft ins Basecamp zurück gekommen, nachdem gestern der starke Sturm oben am Berg war - sie waren nur bis Laber II bzw. Lager III gekommen.
Auch die internationale Truppe ist ohne Chance auf einen Gipfelsieg zurück gekommen.
So sind sie jetzt alle mehr oder weniger beim Abbrechen.

Unbestätigten Meldungen nach, sollen heute die Ersten am Gipfel des Cho Oyu 8.201m gewesen sein - 2 Rumänen, die sich da einfach über das schwierige Gelände gearbeitet haben - das werden wir aber erst morgen genauer erfahren.
Sie wären heuer die ersten, die es geschafft hätten!
Der Cho Oyu ist heuer wesentlich schwieriger, als er sonst so dargestellt wird !
Unsere 4 Sherpa sind heute auf Lager II ca. 7.000m gegangen, um Material, Zelte usw. hinauf zu bringen.
Tirtha Tamang hat uns dann über Funk vom Lager II herunter gebeten, dass wir nicht morgen sondern erst am Donnerstag aufbrechen, weil sie mit der Fixseilversicherung nicht fertig werde - da geht es ungefähr um 100m - 150m Fixseil in dem Bereich dort oben.
Da wir selbst wissen, dass wir nicht riskieren können auf 7.800m in so eine "Falle" zu geraten - deshalb beschlossen wir moren Mittwoch nicht aufzubrechen, sondern noch einmal zu warten und auch den Wetterbericht noch einmal abfragen werden.
Wenn wir am Donnerstag losgehen, dann wäre der 24. Mai Gipfeltag, falls alles klappt - hängt aber vom morgigen Wetterbericht ab.
Also diese Chance haben wir jetzt noch - aber wenn das nicht geht, dann müssen wir noch 1 Woche hier im Tichy-Lager 5.700m "aussitzen" (abwarten).
Gegen Ende Mai/Anfang Juni soll sich das Wetter wieder beruhigen - wäre für uns noch eine minimale Chance.
Im Basislager ist das Leben perfekt - es fehlt uns an Nichts - wir sehen nur jeden Tag die Bergsteiger von "Oben" zurück kommen, komplett fertig und sie kommen einfach nicht weiter.
So schaut es aus!!!
Melden uns wieder, wenn es was Neues gibt - seid alle herzlich gegrüßt und haltet uns die Daumen, dass wir endlich unserem Ziel näher kommen!
Andy mit Team
Diesen Worten kann ich mich nur anschließen
Bodenpersonal Sabine



Am 18.4 ging es los zum Cho Oyu. Hier sein Expeditionstagebuch:

Tichy-Lager, Basislager: Sonntag, 17. Mai 2009
Expedition Cho Oyu 2009 wieder im Tichy-Lager 5.700m
Hallo auch heute melde ich mich wieder mit aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.700m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Wir sind haben jetzt 2 Nächte im Lager I auf 6.4oom verbracht - die zweite Nacht war besser als die erste, aber natürlich kann man nicht durchschlafen. Es war kein Wind und wunderschön!
Andere Expeditonen waren schon Richtung Lager II unterwegs.

Gestern, Samstag 16. Mai, in der Früh haben wir zusammengepackt und sind dann um ca. 9 Uhr Zum Basecamp abgestiegen.
Über den Killerhang bin ich mit Hilfe der Rucksacktechnik mit Andi Sch. gut hinunter gekommen.Danach folgt ein langes Auf- und Abgelände hinaus ins Basislager, was sehr anstrengend für mich war, da ich zuwenig zu trinken hatte (nur 2 Liter).
Um ca 13 Uhr sind wir dann im Tichy-Lager angekommen, wo wir von unserem restlichen Team nett empfangen wurden.

Während wir gut gegessen (Kartoffel) und viel getrunken haben, waren dann sofort wieder fit, haben die Sherpa uns ein Duschzelt aufgestellt.
Das ist ein normales viereckiges Zelt, indem man aufrecht stehen kann, mit einem Schaffl voll Wasser und einer Teetasse, mit der man sich Wasser über den Körper schütten kann.
So konnten wir uns einmal "richtig" von oben bis unten waschen.
Das hat uns sehr gut getan und danach in die frische und saubere Ortovox-Wäsche - ein Traum !!!
Das Basislager mit seinen 5.700m war für uns am Anfang unserer Expedition eine gewaltige Höhe, aber jetzt nachdem wir von Lager I 6.400m herunter gekommen sind, fühlen wir uns hier wie auf einer Alm.
Unsere Sauerstoffsättigung und auch die anderen Werte bestätigen uns, dass wir wirklich gut akklimatisiert sind.
Nur die verschiedenen Wetterberichte machen uns ein bißchen Sorgen.
Lore hat aus Österreich einen militärischen Wetterbericht bekommen, der sagt momentan gut und ab Mittwoch noch besser.
Den zweiten Bericht haben wir von der spanischen Expedition, der sagt bis Dienstag oder Mittwoch halbwegs und dann schlecht.
Ja aber wir können deswegen jetzt nicht auf den Gipfel losrennen und deshalb werden wir das morgen, Montag 18. Mai, noch einmal genau mit Charly (Karl Gabl) abklären.
Klar ist, dass jetzt ziemlich viel los ist am Berg in den Lagern I, II und III und morgen werden wahrscheinlich die ersten Bergsteiger auf den Gipfel gehen, das sind die spanische, die internationale und die norwegische Expeditionen.
Wir sehen mit dem ernglas sehr gut hinauf bis zum Gipfel und es ist wirklich viel los am Berg.
Aber diese Expeditionen sind alle schon 14 tage länger hier und reisen Ende nächster Woche ab - also für sie die letzte Chance auf Gipfelerfolg!
Wir sind relaxed und liegen hier in unseren Zelten.
Unser Plan schaut jetzt folgend aus:
Gisi und Gerhard sind heute ins Lager I aufgebrochen und wollen auch 2 Nächte dort verbringen.
Wolfgang und zwei Sherpa werden morgen ins Lager I aufbrechen, Dienstag auf Lager II und dann Lager III,...
Wir, Andi Sch., Thomas und ich (Andy) und wahrscheinlich auch Lore wollen frühestens Dienstag oder Mittwoch auf Lager I, nächsten Tag Lager II, Nächsten Tag Lager III,...

Aber bevor es losgeht melde ich mich sicher noch einmal.
Heute möchte ich noch besondere Grüße an meine Bergkameraden Hansjörg mit Familie, Anda und Mira und dem Hans Bruckner sagen und allen anderen Daumenhaltern.
Thomas, der neben mir allein im Zelt liegt, läßt seine Michi besonders lieb grüßen.
Andi Sch., der auch neben mir allein im Zelt liegt, vermißt seine Stefi und liebe Grüße.
Wir sind jetz schon 4 Wochen unterwegs und kommen unserem Ziel, dem Gipfel des Cho Oyu, immer näher.
Noch einmal danke an alle, die uns die Daumen halten und an unseren Erfolg glauben!
Mit diesen Worten und Gedanken verabschiede auch ich mich für heute von meinen treuen Lesern
Namaste und Tashi Delek eure Sabine



Hallo auch heute melde ich mich wieder mit aktuellen Neuigkeiten aus dem Lager I 6.400m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Satellitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Wir haben den Mittwoch, 13.Mai, noch zur Akklimatisierung im Basislager auf 5.700m verbracht.
4 - 5 Expeditionen haben das Basislager, leider ohne Gipfelerfolg, schon wieder verlassen.
Es herrschten eisige Stürme und Schneefall am Berg.
Die Temperaturunterschiede im Zelt sind enorm, in der Nacht haben wir -10 Grad und untertags steigt die Temperatuer im Zelt bis auf +45 Grad!
Der Schneefall hat jetzt aufgehört.
Am Donnerstag, den 14.Mai, sind wir um ca. 9 Uhr vom Basecamp 5.700m, mit sehr schweren Rucksäcken, Richtung Lager I losmaschiert.
Es war für uns alle sehr anstrengend - aber am meisten taten uns die Sherpa leid, denn die sind nur mit Sandalen unterwegs!
Der sogenannte Killerhang war ein Gemisch aus Schnee, Stein und Schotter, aber gut zu gehen.
Die letzten 100 Hm waren schon sehr anstrengend - mann merkt den fehlenden Sauerstoff in dieser Höhe!
Um ca. 15 Uhr, nach 6 Stunden Aufstieg, sind wir dann im Lager I auf 6.400m angekommen und haben gleich begonnen zu Kochen (wichtig ist Flüssigkeit wie z.B. Tee).
Das Lager I liegt auf einem Felskamm und wir sitzen hier wie die Adler im Horst - es gibt fast keine Bewegungsfreiheit, denn rund ums Zelt geht es gleich überall hinunter.
Wir waren Fünf auf Lager I, Andi Sch., Lore, Thomas, Wolgang und ich(Andy), die die Nacht hier verbracht haben - war mittelmäßig gut, haben trockenen Mund, es herrschen ganz eigenartige Verhältnisse hier oben.
Gisi und Gerhard sind noch im Basecamp geblieben, um sich noch besser zu akklimatisieren.
Heute, 15. Mai, ist ein Traumtag, kein Wind und wir sitzen mit kuzen Ärmeln im Zelt.

Wolfgang ist heute mit den Steigeisen schon Richtung Lager II bis auf ca. 6.65om aufgestiegen - er hat einbißchen Zeitdruck, da er schon um den 25. Mai wieder zurück muß. weil er bei der Nominierung „ Entrepreneur of The Year “, beginnend am 28. Mai in Monaco als Landessieger 2008 und als Vertreter Österreichs teilnehmen möchte.
Wenn möglich wird er versuchen nächste Woche den Gipfel des Cho Oyu zu erreichen.
Thomas, Andi Sch. und ich wollen noch eine Nacht auf Lager I verbringen, um uns noch besser zu akklimatisieren.
Wir sitzen im Zelt, bewegen uns wenig um keine Energie zu verschwenden und dem Körper zu zeigen, was passiert, wenn er weniger Sauerstoff bekommt und sich daran gewöhnt.
Lore und Wolfgang sind ins Basecamp abgestiegen um Energie zu sparen.
Morgen früh werden dann Andi Sch., Thomas und ich über den Killerhang wieder ins Basislager absteigen und dort dann 2 - 3 Tage Pause machen.
Wir werden dann den Wetterbericht noch einmal checken und dann versuchen den "Durchmarsch" Richtung Gipfel - aber wir werden sehen ...
So das war jetzt der Bericht bis heute und ich melde mich in 2 - 3 Tagen wieder und wie immer herzliche Grüsse an alle
So meine Lieben, es schaut also ganz gut aus für unsere Gipfelstürmer, wir können nur hoffen, dass das Wetter auch mitspielt und sie sich weiter nach oben vorarbeiten können.
Für heute verabschiede ich mich von euch, bis bald

Sabine euer Bodenpersonal



Hallo auch heute melde ich mich wieder mit aktuellen Neuigkeiten aus dem Basislager 5.550m von unserem Expeditionsteam!

Wieder über Sattelitentelefon bekam ich folgenden Bericht von Andy:
Am Samstag, den 9. Mai, sind wir vom Motorcamp 4.800m ca. 10 km taleinwärts ins Mittelcamp 5.250m maschiert.

Nach ca. 4 Stunden gemütlicher Wanderung über sandigen Boden erreichten wir das Mittelcamp - ein Dorf, das nur aus 3 Zelten besteht.
Eine tibetanische Familie mit Kindern lud uns in ihr Zelt ein.
Mitten im Zet stand ein ofen, der mit getrocknetem Yakmist geheizt wird, denn auf 5.250m Höhe wächst nicht mehr viel - im ganzen Zelt roch es wie in einer Selche!
Es wurde uns Yakbuttertee angeboten (den aber nicht alle probierten) - es war aber eine ganz nette Geschichte mit dieser Familie.

Als wir dann unsere Zelte aufgestellt hatten, sind wir drauf gekommen, dass es hier kein sauberes Wasser gibt - leider nur verschmutztes - wir haben Angst bekommen, dass wir uns da was einfangen könnten (Krankheit).
Deshalb sahen wir keine Chance noch einen weiteren Tag hier, zur Akklimatisierung, zu bleibe.
So haben wir dort nur übernachtet und sind heute weiter gegangen, denn ohne Wasser können wir dort nicht leben.
Eine große Aktion gab es noch vorgestern vor dem Abmarsch ins Mittelcamp:
Unsere gesamte Expeditionsausrüstung wurde abgewogen (eigenes Gepäck, Küchenzelt, Gasbrenner, Kartoffel, Eier, Mehl,...) - was ein Gesamtgewicht von 1.912kg ergab.
1 Yak trägt normalerweise 40kg und es waren nur 25 Yaks für uns geplant - gebraucht hätten wir aber 47 Yaks, also fast das Doppelte.
Nach ca. 1 1/2 Stunden Verhandlung, was dort ja auch üblich ist, haben wir jetzt das ganze Gepäck auf 29 Yaks verladen - so trägt 1 Yak jetzt fast 60kg, kann man sich fast nicht vorstellen!
Die Yaks haben auch alle Glocken um den Hals, was für eine tolle Stimmung während dem Marsch sorgt.
Wie wir im Mittelcamp angekommen sind, sind auch die Yaks schon mit der Ausrüstung eingetroffen.
Sie haben dann die ganze Nacht das steppenartige Gras gefressen und mit ihren Glocken einen enormen Wirbel gemacht - für uns war es fast unmöglich zu schlafen - eine Stimmung wie bei uns auf der Alm!
Es war eiskalt und geschneit hat es auch einwenig.
Heute früh, 10. Mai, um 9 Uhr war dann Aufbruch und wir sind diese 11km Richtung Basislager losmaschiert.
Über Block- und Moränengelände, teilweise 30m - 40m über Schneefelder, beim alten Basecamp (liegt auf 1/3 dieser Strecke, viel weiter unten) sind wir dann am Nachmittag um 1/2 3 Uhr, nach 5 1/2 Stunden, im Basislader, dem Tichy-Camp auf 5.550m angekommen.

Da sind wir jetzt.
Die ganzen Vorinformationen, die wir bekamen, davon waren die meisten Falschmeldungen,...
Jetzt genaue Informationen:
Der Cho Oyu ist jetzt doch nicht so ideal zu besteigen - Faktum ist, dass ganz wenig Schnee am Berg ist, viel Blankeis, also technisch ziemlich schwierig zu besteigen.
Kommerzielle Expeditionen sind auch fast keine da, die quasi das Ganze versicher, so ist es jetzt relativ urig am Berg, da alle selbst "werkeln" müssen.
Man kann nicht einfach über eine "vorgefertigte präparierte Strecke" aufsteigen.
Momentan schaut es jetzt gar nicht so einfach aus.
Die am weitesten vorgerückte Truppe ist ein Schweizerteam, die gerade im Lager III sein sollten.
Eine kanadische Gruppe hat heute die Expedition abgebrochen, sie waren schon 12 Tage da und hatten keine Chance über Lager II hinauf zu kommen (eiskalt und Stürme).
Ein spanische Expedition, sie hat einen sehbehinderten Bergsteiger mit, hat noch 14 Tage Zeit für die Besteigung.
Dann sind noch eine norwegische, eine gemischte Expedition und Tschechen im Lager.
Es sind so 50 - 60 Personen hier.
Der Cho Oyu schaut im Moment nicht so einladend aus - wir sehen von hier fast die gesamte Route ein.
Die technischen Schwierigkeiten wegen dem Blankeis betrifft uns eigentlich relativ wenig, denn wir wissen, blaues Eis da kann man mit den Steigeisen hineinsteigen und es gibt keine Rutscherei und keine Lawinen.
Alle, die jetzt schon 14 Tage hier sind, waren zu früh - es war noch niemend bis jetzt am Gipfel!
Uns geht es allen gut auf dieser Höhe, wir haben unsere Zelte bezogen und das 1x unsere Expeditionstonnen geöffnet - es ist alles komplett gut angekommen.
Das Wetter ist momentan überhaupt nicht gut, es schneit wie der Himmel offen.
Das sehen wir aber positiv, denn wir wissen, dass dann das Schönwetterfenster kommen muss, bevor dann der Monsun kommt.
So schaut es bis jetzt aus!
Morgen werden wir uns dann gemütlich hier einleben.
Wir werden auch eine Pusha veranstalten (buddhistisches Zeremoniell), eine religiöse Feier, dass wir die Geister des Berges auf unserer Seite haben.
Der Mönch in Kathmandu hat uns gesagt, dass der 11. Mai der beste Termin dafür wäre und der zweitbeste der 13. Mai.
Wir haben 4 Sherpas dabei, die bis auf den Gipfel mitgehen können, sie sind stark drauf und auch sehr nett .
Man kann sich gar nicht vorstellen wie genial und harmonisch hier alles abläuft.
Für heute schicke ich und das gesamte Expeditionsteam herzliche Grüße an alle und bleibt uns weiterhin treu (besonders beim Daumenhalten)
Eure Sa